Alkohol

Ein Merlot
befindet sich nicht länger in meinem Glas, sondern auf der
Reise durch mein verkommenes Hirn.

Schlimm sieht’s
hier aus, wie in einer Geisterbahn hängen Wortfetzen herum,
verirrte und verwaiste Gedanken stehen um brennende Mülltonnen
herum, harren einer Chance, staubig ist’s von all den
Altrevoluzzergedanken.

Hätte der
gute Merlot das erwartet, als er, relativ jung, in mich
niederstieg? – Sicher nicht!

Doch ein Schluck
findet solidarisch zum anderen und alsbald beginnt die weitere
Reise, vorbei an blitzend aktiven, und lang nicht mehr
erleuchteten Zellen, der Wein spült durch die verwundenen
Bahnen, sie dürfen sich das ganze ruhig als wilde 3-D Fahrt
vorstellen, eine Flutwelle die durch enge Canyons jagt, und alles
was ihren Weg kreuzt mit sich reißt. Haß Du stehst im
Weg, Vernunft geh unter!

Der Kreativität
gönnen wir einen Rettungsring aus Vergesslichkeit; und diese
Welle hinterlässt einen Frieden, die Ruhe nach dem Sturm, bis
neuer Unfug wächst, der mir die Unruhe zum Leben einbrockt.

Der gute Tropfen
fällt in den Abgrund meiner Meinung über die
Gesellschaft in der wir Leben, füllt diesen für einige
Zeit, so das ich über ihn hinwegsehen (segeln) kann.

Er umspült
meinen Sehnerv und macht aus dem Schnee auf meinem Fensterbrett,
Tänzer, die vor meiner Bühne agieren.

Und wenn ich
wieder wach bin werde ich etwas schreiben was niemand von mir
erwartet hat, vielleicht schmiere ich mit euch eine weitere
Weisheit an die Klowand des Lebens.

Dieser Text
verherrlicht offen den Genuss (bzw. Missbrauch) von Alkohol.

Ein Lämpchen blinkt
Und jemand bringt die Zeitung,
morgens in Berlin.
Tragicomix wo bist du hin,
Tragicomix wenn ich am Lachen bin?