Kaufladengeschichten

Erinnerst Du Dich
noch, wie schön es war, mit der Mutter an der Wursttheke
einzukaufen?

Die fröhlichen
Wustthekenfrauen lächelten Dir zu und überreichten Dir
eine herrliche schmeckende Scheibe der sogenannten „Kinderwurst“.
Stolz genoss man es, privilegierter als die eigene Mutter zu sein,
die, wenn sie Aufschnitt wollte, schließlich dafür
blechen musste.

Heute bin ich
älter, und proportional mit dem Alter sind die
Wurstthekenfrauen unfreundlicher geworden. Ich habe sogar Angst,
dass ich, wenn ich mit 60 noch Aufschnitt begehren sollte, von
furiosen Wurstfachverkäuferinnen gelyncht werde.

Ich glaube, dies
liegt an den hormonellen Veränderungen die Supermärkte
auf Frauen haben.

Ist Dir als
Beispiel schon einmal aufgefallen, dass es in jedem Supermarkt
eine Verkäuferin mit einem Damenbart gibt?

Auf Meiner Top Ten
der prachtvollsten Bärte rangiert im Moment die Bedienung der
Kasse Zwei des Berliner Minimals bei mir um die Ecke, dicht
gefolgt von der Bedienung der Kasse 1 des Otto Mess in meiner
Heimatstadt.

Wer mir
das beste Bild eines Damenbartes seiner favorisierten
Supermarktangestellten schickt (Mit Angaben über Supermarkt
und Authentizitätsbeweis wie z.B. lesbares „Hier bedient
Sie“ – Namensschildchen) und damit meinen
Spitzenkandidaten toppt, erhält eine Packung Formfleisch!

Auch sehen alle
Damen, die einen Supermarkt betreten, plötzlich aus wie ein
Drogenabhängiger, der nicht weiß, ob er nach Crack oder
Heroin süchtig ist: minutenlang stehen sie vor
Hairconditionerflaschen und statt wie jeder vernünftige Mann
einfach das billigste Produkt zu nehmen, bilden sie sich ein, das
jeweilige Produkt müsse auf sie abgestimmt sein.

Ich bin dafür,
Produkte mit den häufigsten Frauennamen zu versehen und so
einer großen Masse verwirrter Damen ein sorgenfreies und
kurzes Einkaufsvergnügen zu verschaffen.

Apropos Vergnügen,
Frauen haben, so meine ich, ein sadistisches Vergnügen daran,
Männer in Damenintimbekleidungsabteilungen abzustellen.
Natürlich fragen sie ob es einem etwas ausmachen würde
kurz zu warten. Wehe dem, der etwa antwortet: Ja liebste Dame, ich
hasse es von Leuten angestarrt zu werden, die meinen, ich würde
Frauenwäsche tragen.

Ich finde es
grauslich in so einer Abteilung gefragt zu werden, ob man mir
behilflich sein könnte; und immer, ja immer, wird man neben
der orthopädischen Wäsche für alte Frauen
zwischengelagert, nicht etwa bei der hübschen zwei Meter
Reizwäschereklametafel!

Fazit: Hast Du mal
wieder dummerweise mit einem Mädchen eingekauft, nimm Dir
danach etwas Zeit, und eine Scheibe Pressfleisch aus dem
Kühlschrank, nimm sie in beide Hände! Stell Dir vor, die
Plastikverpackung aus der niemals garstigen Kühltruhe würde
Dir zulächeln, erlebe das sorglose Einkaufen Deiner Kindheit
wieder! Es ist wie eine Kur für gepeinigte Seelen.

P.S. Ich habe gerade
aus Versehen ein weißes Gummibärchen gegessen, das ist
auch schlimm.