Welcome to the machine!

Ein kleiner Junge
betritt den Raum, es ist dämmerig hier, es riecht nach alten
Menschen und Angst.

Eine Stimme erhebt
sich: „DU WILLST ALSO AUFGENOMMEN WERDEN?“
„J-Ja, erwidere ich.“
„SPIEL UNS DAS HOHE E!“

Der Raum wird riesengroß.

Richter –
Tausende von ihnen – beugen sich vor, begutachten mich. Ich
spiele, todesverachtend, doch der Blockflöte entrinnt nur
eine grausame Kakophonie! Die Löcher sind meterweit
auseinander …

„Nicht fähig“
lautet knapp das Urteil, mit zarten 5 Jahren werde ich aus der
Gesellschaft geext.

Ich bin durch die
Blockflötenkurs- Aufnahmeprüfung gefallen.

Ich erwache, mein
Herz schlägt, ich weine, meine Hände sind verkrampft,
ich ahne, wie: in der Position des hohen E´s.

Ich gehe ans
Fenster und schreie die ungerechte Welt an.

Ich fühle
mich beraubt, während alle anderen die schönste Musik
erzeugen können, bin ich zur totalen Unmusikalität
verdammt!

Wie war es denn
Weihnachten! – Meine musikalischen Geschwister erfreuten die
Familie mit engelsgleicher Musik in Gesang und auf dem
herrlichsten Instrumentarium, ich stand daneben und machte den
Mund auf und zu und schämte mich bodenlos.

Meine Stimme klang
nach einem Verkehrsunfall, Taktgefühl war mir fremd wie die
Bibel und nie – nicht bis zum heutigen Tage – ward ein
Instrument gefunden, dass ich zu spielen vermag (sieht man einmal
von der Enten-Anlockpfeife ab).

Ich kann noch
nicht einmal Pfeifen und, Schande über mein Haupt, ich bin
nicht fähig zu Schnippen.

Doch die
Sehnsucht, auch Töne zu einer Melodie aneinander reihen zu
können, bleibt. In meiner Phantasie spiele ich die Geige, das
Klavier und singe, als käme ich direkt aus dem Paradies.

Schmerz überkommt
mich wenn ich sehe wie Leute mit Begabung grauenvolle Musik
machen, oder zu faul sind sie zu perfektionieren.

Was bleibt mir?
Ich muss Technokrat werden, obwohl mein Herz aus Musik gemacht
ist.

Welcome to the
Machine!