Wie man Probleme löst

Die neue Weltordnung
Und ich teile und ich lebe,
mein Leben,
in kontrollierte Katastrophen;
Glücklich das es immer eine gibt.

Das gute alte „einer gegen alle“ Prinzip gegen Depressionen.

Mutig ist der Mensch nur in seinen Gedanken, für gewöhnlich jedoch tendiert er zur Bildung von vielen kleinen Alltagsparanoien, um sich vor wirklichen Problemen zu verschanzen. Man denkt also nicht „in schon (hier beliebige Zahl unter 90 einsetzen) Jahren holt mich der Sensenmann“, sondern „wenn ich den Bioeimer nicht bald herunterbringe wird bald meine ganze Wohnung weiß und pelzig sein und das Gesundheitsamt wird mich verhaften und foltern“ und im nächsten Augenblick: „Wie kriege ich meinen Mitbewohner dazu, das zu erledigen.“ 

Diese Kunst, Probleme zu generieren, kann auch benutzt werden, um sein langweiliges Dasein spannender zu machen, z.B.: „Oh Gott, die Beschichtung meiner Bratpfanne ist zerkratzt, all die bösen Teflonpartikel machen mich krebsig wie den Marlboro-Mann! Aber ich würde, wenn ich dann mein Krebs – O.K. bekomme, ein wildes ausschweifendes Leben bis zu meinem tragischen vorzeitigen Tode führen…“

So kann man selbst das Abwaschen ertragen. 

Auch wenn man mal ein unlösbares Problem hat, hilft die Problemtherapie. Sagen wir, es handelt sich um die persönliche Finanzsituation. In solchen Fällen suche ich Petra auf, und nachdem sie mir ihren aktuellen Finanzstand umschrieben hat, komme ich mir vor wie ein hundertfacher Krösus.  

Probleme können auch der Motivation dienlich sein. Steht bei mir eine Prüfung ins Haus, blitzt und blinkt es bei mir wie bei einer neurotischen Putzfrau mit Stauballergie, denn immer wenn die grausame Arbeit beginnt denke ich bei mir: „eigentlich müßtest Du ja mal wieder Staubsaugen“. Nichts zu tun in so einer Situation sorgt dafür, das man von den Erinnyen gejagt wird.

So sitzt man zwar nicht klüger da, aber man kann zu sich sagen, dass man ja nicht faul gewesen ist. 

In Diesem Text ist ein Haushaltsführer versteckt, wer in findet wird reich an Erfahrung.