Weihnachten Now

Wieder und wieder und wieder erreichen wir den Zeitraum des Jahres den wir Güteraustauschnachten nennen.

Diese heimelige Zeit, in der sich berechnende 3 jährige an der Kaarstadt Wunschwand den Weltfrieden wünschen, weil auch sie schon das Prinzip des marketingorientierten Handelns begriffen haben.Wir feiern die Geburt unseres Erlösers, das Fest der Liebe und eine

Schlacht aus Marktwerten, hurra !Glaube ich an Weihnachten ?
Glaube ich an die Liebe die durch diese Zeit rauschen soll?
Glaube ich das diese Tage heilig sind ?
Ich glaube ein Schützenfest ist ehrlicher.
Ich weiß das alle gleich schlecht oder gut bleiben.
Ich weiß das Weihnachtsbäume pieksen.

Reibachten bei Kaarstadt, zeig mir was Du schenkst und ich zeig Dir was Du wert bist.

Berlinkong 18.12.00

Bericht zur Lage

Der Monsun aus Menschen will nicht enden, es ist die dritte Woche unserer Irrfahrt über den Konsum, es wird kalt und die WerbeCDs stechen in der Jackentasche, vor zwei Tagen wurde Obergefreiter ´Mad´ Marc Ceche in einem Hinterhalt getötet, eine Salve von verlogenen Weihnachtswünsche erwischte ihn und zerfetzte ihn völlig.Die Mannschaft ist erschöpft und psychisch überfordert.

General Kai sitzt den ganzen Tag am Bug und murmelt `das Grauen, dasGrauen´, seitdem er tiefer über den Inhalt des Terminus des Festes der Liebe nachgedacht hat ist er in dieser Verfassung, ich fürchte ich werde ihn vom Rest der Mannschaft separieren müssen.

Die Verantwortung für meine Mannschaft bedeutet mir umzukehren, doch ich fühle den inneren Zwang einen Sinn am Ende dieses Flusses zu finden.

Berlinkong 19.12. 00

Bericht zur Lage

Heute Nacht verloren wir zwei weitere Besatzungsmitglieder SoldatKocherscheidt trat auf eine Weihnachtsmusik und Untergefreiter Wieners stürzte sich nach einer Überdosis Zimt in die Fluten, ich sah Captim das erste mal Weinen, dieses Waschweib.

Ich fühle das wir uns dem Zentrum dieses Schreckens nähern undgleichzeitig spüre ich das auch mein geistiger Verfall fortschreitet.

Berlinkong 20.12.00

Bericht zur Lage

Der Bordkoch Sking hat sich in der Kombüse verschanzt und droht damit sich selbst zu Kochen wenn er noch einmal das Pfeifen der Weihnachtsorgel vernehmen muß.

Der Frontreporter Mr. Flair macht mir zunehmend Sorgen, ich fürchte er plant eine Meuterei, habe vorsichtshalber meine Printe geladen. Grenadier Scholten ist informiert und hat mir versprochen ein Auge auf ihn zu haben.

Nachtrag

Es ist zum schlimmsten gekommen, dieser Flair hatte Scholten längst in der Tasche, Captim und ich mußten um unser Leben kämpfen, Captim starb als Held, eine heimtückische E-Mail Werbelawine Verteilte ihn übers Vorderdeck, habe mich zum neuen Kapitän ernannt.

Während wir uns noch gegenseitig bekämpften, viel eine Horde vonJahrtausendweihnachtsfilmen über uns her, Flair wird seitdem vermisst. Scholten ist reuevoll aus seiner Auspeitschung an seinen Posten zurückgekehrt.

Der Bordkoch hat seine Drohung wahrgemacht, die heißhungrige Besatzung hat sich über ihn hergemacht, wahr nicht viel dran, schmeckte aber wenigsten nicht nach Lebkuchen.

Berlinkong 21.12.00

Bericht zur Lage

Heute Morgen fanden wir die Aufgedunsene Leiche General Kais neben dem Boot treiben, sein Gemurmel wird uns fehlen.

Scholten hat sich als Weihnachtsmann verkleidet, er behauptet so könne ihn der Feind nicht sehen, da eh niemand an den Weihnachtsmann glaubt, habe ihm den Tip gegeben es besser als Christus zu versuchen.

Nachtrag

Der Feind konnte ihn sehen, unappetitliche Geschichte mitMarzipan, der Funker Hi-Q ist mit draufgegangen, die Juniorgefreiten Floh, Julia und Specki sind der Lüge erlegen und Weihnachtswerbemodels geworden.

Seit wir diese Suche begannen sind wir verdammt.

Nachtrag

Es ist eine Lüge, niemand glaubt mehr an etwas anderes alsGeschenke einsacken und saufen, gott ist das ekelhaft, hört ihr? Ihr Lügner! Wuaaaarrrrrgggghhhhhwahahahahahahahwuuuuuuuuuuiiiuuui….

Aktennotiz

Am 21.12.00 fand man die ausgeweideten Überreste des Offiziers M., er stürmte nach seinem letzten Funkspruch vermutlich mitten in die Weihnachtsmaschinerie des Dussmannkaufhauses, sein Überreste werden in seine Heimat überstellt werden.

(Schlußsequenz mit fünf Stunden langer Explosion und Abspann)