Mein schönstes Ferienerlebnis das ich je hatte

Von Kire Lesiem, Klasse 6b

Wie ich mal den technisierten Kinderfresser besuchen durfte.

Die mit virtuosen Goldschlagarbeiten verzierte Flügeltür
schwingt auf und der ehrfürchtige Besucher betritt die marmorne
Eingangshalle, ein Drink wird gereicht während man im Golfwagen in Richtung Rezeption
gleitet, an den Wänden edle Teppiche und Portraits der
glorreichen Urväter der Redaktionen.

An der Rezeption herrscht entspannter Aktionismus, freundliche, ja
ungemein freundliche Damen (nutch, nutch, say no more), bemühen
sich jeden Wunsch zu erfüllen, ja vielleicht ist es heute ja
sogar möglich jemanden aus der Redaktion persönlich zu
sprechen, aufgeregt wird getuschelt, vorsorglich ein neuer Film
eingelegt. Doch zunächst freut man sich auf das
Informationszentrum mit Souvenirshop, der unbestrittene Höhepunkt
ist ein Theaterstück über die Gründung der Redaktion.

Es wird jedoch noch spannender, man nähert sich dem Herzen
des Kinderfresser, den Büros der Idole einer ganzen Epoche.
Weite luftige und sonnige Hallen werden Durchfahren überall
befinden sich gemütliche Sitzecken, Weinregale,
Computerterminals aus Platin, Whirlpools, Massageliegen, Saunen,
ganze Spaßbäder und Sekretärinnen, um, wie erklärt
wird, sicherzustellen, dass auf dem Weg zur Arbeit keine Idee
verloren geht. Der Audienzsaal in unvorstellbarer Pracht, an den
Wänden all die Trophäen, Pulitzerpreise, abgelehnte MTV
Awards alle erdenklichen Nobelpreise usw. (ungenau!)

Sie stehen in und auf gigantischen Bücherregalen, hier kommen
die schönsten Fanbriefe hin (Ein ganzer Gebäudekomplex
widmet sich nur der Beantwortung dieser Briefe). Es macht sich stille
Ehrfurcht breit. Auf einmal ein Kreischen und Aufheulen, unfassbar,
ein Redaktionsmitglied kommt aus seinem angrenzendem Refugium, einer
jener Räume die nur sehr ausgewählte Leute betreten dürfen.
(Anmaßend! Ich weiss, was ein Refugium ist!)
Nicht
wenige fallen in Ohnmacht als dieses Mitglied seinen Weg nicht
fortsetzt sondern lächelnd auf unsere Gruppe zukommt, mein
eigenen Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich erkenne das
Redaktionsmitglied als erster als es sich uns auf etwa Fünfzig
Meter genähert hat, es ist Sir Kugler (Er hat endlich das Bitten
des englischen Königshauses erhört), die Waagen halten
jetzt auf ihn zu und meine Knie werden weich, die Leute schnattern
aufgeregt. Sir Kugler begrüßt jeden Persönlich mit
Handschlag (ich hab meine seit vier Wochen nicht mehr gewaschen)
viele der Frauen fallen schon wieder in Ohnmacht.

Als wäre unser Glück nicht schon perfekt, gestattet Sir
Kugler was noch keinem vergönnt war, wir dürfen einer
Redaktionssitzung beiwohnen (ein Paar Besucher werden jedoch in den
Krankenflügel gebracht ). Wir werden in einen Raum gebracht in
dem man hinter Panzerglas den Sitzungsaal (??
Sitzungs-Aal ??)
sehen kann. Und jetzt kommt der Hammer!!!
Weil ich ja so klein bin konnte ich schlecht über den Rand
gucken, dies sah Sir Kai (Dieser Mann ist trotz seines
Unwahrscheinlichen Erfolgs so bodennah und Mensch geblieben, obwohl
er für mich mehr ein Gott ist)und befahl, dass man mich direkt
an den Redaktionstisch setzten solle! Ich hab die Tür nicht mehr
zugekriegt!

Da saß ich nun im Zentrum der Macht und fast alle waren sie
da, Herr von Franz, Prinz Cechura, Präsident Minarzik und über
ein großes Display aus Berlin zugeschaltet Herr Dr.Meisel,
letzterer begrüßte mich mit den Worten ob „wir denn
ein neues junges Redaktionsmitglied hätten“ und „das
ein wenig junges Blut ja nicht schaden kann.“

Über das was besprochen wurde dürfen wir natürlich
nicht sprechen, sonst werden wir erschossen und ich bin mir nicht
sicher ob das ein Scherz war.

Aber soviel darf ich sagen:Das war das schönste Erlebnis,
dass ich je hatte und wenn ich jetzt sterben würde fänd ich
das garnicht gar nicht!!
schlimm!

1+ Gott wie ich Dich beneide