Wie wird man Millionär

Der Traum des Menschen von Reichtum und allen damit verbundenen
Annehmlichkeiten ist vermutlich so alt wie der Reichtum selber. Im
Laufe der Geschichte waren jedoch die Methoden zur Erlangung von
Reichtum einem ständigen Wandel unterlegen. Während es
lange Zeit vor allem darum ging, anderen ihren Besitz mit Gewalt
wegzunehmen, so wurde es mit der Zeit immer komplizierter, reich zu
werden.

Da die meisten Leute leider viel zu beschäftigt damit sind,
ihren Lebensunterhalt zu verdienen, die Familie zu ernähren,
Kinder groß zu ziehen etc., ist es eigentlich kaum
verwunderlich, daß so wenige Menschen wirklich reich sind. Es
mangelt dem modernen Menschen einfach an der nötigen Zeit!
Fazit: Die Strategie zum Reichwerden darf nicht mehr Zeit in Anspruch
nehmen als ein gewöhliches Hobby. Viele haben das schon
verstanden, wie sonst erklären Sie sich den momentanen
gewaltigen Run auf den Aktienmarkt? An jeder Straßenecke sieht
man Hobby-Broker per Handy ihre Kurse abrufen, an öffentlichen
Plätzen versammeln sich Menschen aller Schichten vor
Videoleinwänden, auf denen nichts als Börsennachrichten
laufen, Subjekte, die man sonst mit Bierflaschen an Bushalten und
Büdchen stehen sah, mausern sich zu vermeintlichen Fonds-Spezis.

Sollen sie doch! Denn ihr Weg ist der falsche Weg. Genauso gut
könnte man sein gesamtes Geld in die Münzspielautomaten in
der nächsten Imbißstube schmeißen! Dieser ganze
Börsen-Hype ist nichts anderes als eine riesige Lotterie mit
viel zu komplizierten Regeln. Für seine erste Million braucht
man nichts weiter als etwas Pioniergeist, ein wenig Startkapital und
vor allem: eine Idee. Eine brilliante Idee. Alles andere ist
Nebensache.

Ich habe mir einfach einmal die Mühe gemacht, einige
Beispiele für brilliante Geschäftsideen aufzuführen.

Die Flamingo-Methode

Alle Welt sehnt sich nach Exotik. Was ist also naheliegender, als
ihr genau das zu geben? Der Inbegriff der Exotik ist, zumindest für
all jene Menschen, die wie ich mit der Fernsehserie MIAMI VICE
aufgewachsen sind, der Flamingo. Der Flamingo ist ein Exot ersten
Ranges. Der offenbare Nachteil bei wahren Exotika sind die exorbitant
hohen Beschaffungskosten. Genau an diesem Punkt greift die
“Flamingo-Methode zur ersten Million”.

Dazu benötigt man:

  1. Werkzeuge: Einen großen Teller (ca. 1,8 m Durchmesser),
    eine Badewanne und eine Kombizange.

  2. Materialien: Blumendraht, mehrere Paletten Eier, rosa
    Kokosraspeln aus dem Großmarkt, Störche.

Man wälze nun die Störche erst in den Eiern, dann in den
Kokosraspeln. Dank der Eimasse werden die Raspeln nach dem Trocknen
felsenfest im Gefieder der Vögel kleben bleiben. Man braucht den
so gewonnenen Rohlingen nur noch mit Draht ein Bein hoch zu binden
und fertig ist der Flamingo! Da die Ei-Kokos-Schicht die Hautporen
des Vogel komplett verschließt, ist eine dauerhafte Nachfrage
nach ihrem Produkt garantiert.

Die Alzheimer-Methode

Alzheimer. Ein Schlagwort,
das seit eineigen Jahren wie ein Schereckgespenst durch die Medien
schleicht. Lassen sie sich durch schlechte Presse nicht beeindrucken!
Alzheimer kann für Sie der Weg zu ihrer ersten Million sein.

Wenn Sie zur großen
Gruppe der Autofahrer gehören und öfters einmal das
deutsche Autobahnnetz bereisen, haben Sie in Tankstellen oder
Raststätten vielleicht schon einmal jene in Folie verpackten
sogenannten „Sandwiches“ gesehen oder gar in Händen
gehalten.

Sie fragen sich
vielleicht, wo denn nun bitteschön die Verbindung zwischen
diesen beiden Themen besteht. Nun, in den nächsten Zeilen werde
ich Ihnen verraten, wie Sie Alzheimer nutzen können, um die
etablierten Sandwich Hersteller eiskalt aus dem Rennen zu werfen.

Gründen Sie ein
Pflegeheim für weibliche Alzheimerpatienten. Nehmen Sie nur
solche Damen in Ihre Anstalt auf, die über Nachwuchs verfügen,
am besten einen oder mehrere Söhne. Setzen Sie nun diese
bedauernswerten Kreaturen in kleine Zellen, in denen sich nur ein
Tisch und ein Stuhl, sowie rechts und links in der Wand jeweils eine
Klappe befinden. Geben Sie der Frau ein Schmiermesser und ein
Brettchen, ferner Butter, Aufschnitt und Butterbrotpapier. Werfen Sie
nun durch die linke Klappe eine Scheibe Brot in den Raum. Die gute
Seele wird sich nun eifrig daran machen, eine Stulle für ihren
Sprößling zu schmieren. Ist das Bütterchen fertig und
verpackt, nehmen Sie es ihr durch die recht Tür weg. Die alte
Dame wird nun rasch vergessen, daß sie gerade eine Knifte
gestrichen hat und das Spielchen kann von vorne losgehen. Es versteht
sich von selbst, daß Ihre mit viel Liebe geschmierten
Butterbrote weit besser schmecken als der industriell gefertigte
Ramsch der Konkurrenz. Ihre Monopolstellung wird nicht lange auf sich
warten lassen.

Die Minimum-Innovation-Methode.

Kaufen Sie sich einen Computer und machen Sie belanglosen
Dancefloorpop.

Die Juristen-Methode

Lassen Sie sich alltägliche Begriffe wie „Backstein“,
„Teetasse“ oder „Emufarm“ rechtlich sichern.
Verlangen Sie eine nicht zu hohe Gebühr für die Benutzung
ihrer Begriffe. Kleinvieh macht auch Mist. Bei über 90 Mio.
deutschen Muttersprachlern läßt es sich kaum vermeiden,
daß mehrmals täglich einer ihrer Begriffe gebraucht wird.
Sie müssen nur noch dasitzen, Däumchen drehen und abwarten,
wie sich ihr Konto füllt.

Diese Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen, sie zeigt
nur einige wenige Ideen, die ohne Umwege direkt zum Reichtum führen.
Es gibt noch unzählige mehr! Lassen sie ihrer Fantasie freien
Lauf und finden Sie Ihren Individuellen Weg zum Reichtum! Also,
vergessen sie Zuhälterei, Versicherungsbetrug und Waffenhandel!
Befolgen sie einfach meinen Rat und werden sie binnen kürzester
Zeit zum verdienten Millionär. Und wenn die erste Million da
ist: Bitte gehen Sie damit nicht an die Börse!