Kleines Ferientagebuch – Samstag, 28. Juli 2001

Habe den Nachmittag im Düsseldorfer Flughafen verbracht, bei den Last-Minute-Schaltern. Nein, ich will nicht verreisen. Das heisst: wollen schon, aber heute begleite ich zwei liebe Freunde, die unbedingt für zwei Wochen nach Portugal wollen, am besten zehn Tage und am besten mit Leihwagen, Strand wäre auch wichtig und alles möglichst preiswert. Drei Stunden geht das so, von Terminal zu Terminal mit den bunten, selbstgemalten Angebotsschildern. Wieviel Edding verbrauchen die Herrschaften wohl pro Jahr? Ich setze mich leicht angenervt auf die abwaschbaren Kunstledersitze, neben einen Mann, der durch seine billige Kassenbrille die Bild-Zeitung studiert. Dazu hält er mit zittriger Hand einen Kuli in der Hand und versucht, das Bild-Kreuzworträtsel zu lösen. Ich wundere mich: Es gibt wirklich Leute, die für das Bild-Rätsel mehr als drei Minuten brauchen, und nach zehn Minuten noch nicht einmal das Lösungswort haben (wahrscheinlich „Urlaub“ oder „Ballermann“ oder so).

Es ist vollbracht, die Reise ist nach etlichen Handy-Anrufen dann doch mal gebucht („Mutti, ist das da auch wirklich schön?“) und ich lasse mich an der Redaktion absetzen. Heute bin ich hier ungestört und ich kann in Ruhe das pathetische Bruderschafts-Schriftführer-Porträt zu Ende schreiben.