Kleines Ferientagebuch – Mittwoch, 1. August 2001

Den Kinoschock vom Vorabend habe ich immer noch nicht überwunden. Selten so einen Dreck gesehen. Der Film kommt in meiner internen roten Liste sogar vor dem Matrix-Abklatsch „The 13th Floor“, der zwar einen ähnlich kruden Plot hat, aber wenigstens ein bisschen Aktion anbietet. Der Tag vergeht mit einer Umfrage zum neuen Gaststättengesetz, wonach Kneipen und Discos jeden Tag bis 5 Uhr morgens geöffnet haben dürfen. „Könnte ich mal den Chef sprechen?“, frage ich eine Bedienung im Lintorfer Bürgershof, die nach zehn Mal klingeln endlich an den Apparat geht. „Nö, der ist unterwegs und will auch nichts mit der Presse am Hals haben.“ Super Auftakt für eine Umfrage.

Am frühen Abend dann nach Köln, wo mein lieber Freund Christoph wieder mal Theater spielt. Und weil ich mein Auto heute zur Werkstatt gebracht habe, fahre ich mit Christophs Freundin Steffi mit. Das heißt: Ich warte erst einmal eine halbe Stunde, weil Steffi sich in Ratingen nicht gut auskennt und dummerweise schon in Lintorf rausgefahren ist. Dann aber klappt es doch noch: Wir kommen rechtzeitig vor dem AstA-Café an, setzen uns dann in den Theaterraum, der tagsüber als Arbeitsamt für Studentenjobs genutzt wird und schauen uns Botho Strauss‘ „Sieben Türen“ an. Die stehen tatsächlich auf der Bühne, stammen aus einer WG, die für die Dauer des Stücks ohne Sichtschutz auskommen muss. Die Rahmen wackeln teilweise bedenklich, wenn die Schauspieler auf die Bühne kommen. Die Handlung ist auch etwas krude, aber unterhaltsam.