Unser Advent (16)

Das bisher schönste Adventspräsent bekam ich heute Morgen von der geehrten Rheinbahn, in Form eines tollen Streiks. Mit grossem Vergnügen erinnere ich mich an den letzten Rheinbahn-Streik – aber der war auch im Sommer! Hätte mir gestern jemand gesagt, es würde der Tag kommen, an dem ich es bereue, nicht die Bildzeitung gelesen zu haben, ich hätte ihm lachend die Tür gewiesen. Heute bin ich klüger. Als Abonnent der „Rheinischen Post“ („Was ist schwarz, liegt auf der Treppe und lügt…“) habe ich offenbar kein Anrecht darauf, zu erfahren, dass ich heute besser zehn Stunden früher losgehen sollte.

Der damit verbundene einstündige Fussmarsch durch unsere schöne Landeshauptstadt hatte allerdings auch seine Lichtmomente. Auf Höhe des U-Bahnhofes Oststrasse kam mir eine adrette junge Dame entgegen. Flugs nahte auch schon ein (nicht mehr ganz so junger) Prolet auf dem obligatorischen Mountainbike, musterte die Blondine von oben bis unten und rief dann: „Ey! Ficken?“ Drei Sekunden später wurde ich von einer ca. 143cm grossen Japanerin über den Haufen gerannt.

All das wäre mir entgangen, wenn ich meine Zeit lediglich in schnöden Bussen und Bahnen dahindämmernd vergeudet hätte, anstatt sehenden Auges und mit offenen Ohren durch unser schönes Düsseldorf zu flanieren. Dann wäre mir auch dieses zauberhafte Teenagergespräch entgangen, dessen absoluten Höhepunkt ich hier wiedergeben möchte:

„Ey, Du kennst doch die Marion oder so!?“