Es wuchs uns über den Kopf

Ja, ich gebe es zu. Jetzt, wo es eh jeder weiß, können wir ja ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern: Uns wuchs die ganze Sache mit Lonelygirl15
sowieso langsam über den Kopf. Ist einfach zu viel Arbeit geworden…

Aber wie es aussieht brauchen wir uns den ganzen Plot jetzt nicht mehr selbst ausdenken: Vorgestern kam die Bestätigung, daß es zusätzlich zu den Autoren für die Dialoge bald auch Leute geben wird, die für uns den Plot noch zuende weiterentwickeln. Wir hätten an dem Format so auch garnicht weiterarbeiten wollen.
Ach so, wer es noch nicht mitbekommen hat: der Kinderfresser ist 2004 hauptsächlich deshalb in die lange Pause gegangen, weil die organisatorischen Vorbereitungen für dieses YouTube-Format so aufwendig waren. War traurig, hat aber auch einen riesen Spaß gemacht. Seit April hing ja auch YouTube selbst in der Story drin und hat uns etwas unterstützt.

Rückblickend fand ich aber unsere Idee mit dem Alister-Crowley-Altar und dem ganzen Satanisten-Quark lustig. Schade, war nicht meine Idee, hätte ich aber gerne noch weitergestrickt.

Die Studienkollegen aus den Staaten haben es aber von Anfang an leider ein wenig übertrieben: die Ausleuchtung, die übertriebene Gestik der Protagonisten usw… Die Sache mit der Fansite, die wir schon vor dem ersten Video registriert hatten, war schlicht und einfach Dummheit, OK.
Naja, viele Zuschauer haben die Story trotzdem gefressen.

Das Problem ist nur, daß wir unsere Kräfte überschätzt haben: Der Nerd, der keine Frau abbekommt, der LG15-Kritiker mit dem Cowboyhut und der arbeitslosen YouTube-Süchtige (dessen Story wir aber wohl noch weiterführen
werden) – stängig musste irgendeins der Formate mit neuem Inhalt gefüttert werden. Ich will nicht sagen, daß uns langsam die Ideen ausgingen, aber es gipfelte darin, daß einer unserer gohepcat-plots einfach aus dem Satz ‚just let him play videogames for a few minutes, add some music‚ bestand…

Die letzte LG15-Idee aus unserem Hause war übrigens die mit den gefakten Produzenten (deren Namen wir uns notdürftig aus ‚Samuel Beckett‘ und ‚Ned Flanders‘ zusammengebaut haben) – als Notanker, um uns die Pressemeute
ein wenig vom Hals zu halten. Wir dachten auch daran, diese ‚Produzenten‘ selbst noch Filmchen bei YouTube reinstellen zu lassen, mit Erläuterungen, wie sie auf die Idee gekommen sind und dann evtl.
noch, daß sie mit ‚the real lonelygirl15‘ die ‚wahre Geschichte‘
vorstellen, auf der die LG15-Story basiert.

Ich bin der Meinung, man hätte uns auch das abgekauft – aber dieser Plot liegt ja jetzt nicht mehr in unseren Händen…

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Veröffentlicht unter kai