Zehn leckere Bauchschmerzen

  • Blinddarmreizung

  • Suppe mit Dr.Beckmanns Fleckensalz gewürzt
  • Flugzeuge im Bauch
  • Glück glück glück
  • Bier auf Wein
  • vor Absperrbalken gerannt
  • …und das ist gut so.
  • pro secco zwei mark
  • ins Guinnes Buch kommen mit den meisten verdrückten Hamburgern.
  • 14 Tage Schlaraffenland all inclusive gebucht
Veröffentlicht unter listen

Für wen

Für wen bringe ich eigentlich Batterien zum Sondermüll? Gibt
es nicht auch Akkus, die ich aufladen könnte?! Das würde bestimmt eine Menge Rohstoffe sparen. Interessiert das die
Superwichtigen, die jeden Tag der Woche in einer anderen
Metropole der Welt zum Shoppen unterwegs sind?

Warum sammele ich denn Altpapier? Aus welchem Grund spende
ich Blut? Generationenvertrag? Für meine Kinder? Welche
denn, und sind das nicht vielleicht auch solche, die eine
Clubkreuzfahrt in die Karibik buchen und das Schiff nicht mal
verlassen? Dasselbe wie bei der Hafenrundfahrt in Duisburg.

Ich glaube fest daran, dass Fleisch essen schlecht ist.
Jeden Monat spende ich einen Teil meines geringen Geldes
für die Malaria und AIDS Bekämpfung. Begeistert mich die
Raumfahrt eines spleenigen Milliardärs? Der Coca-Cola
Aktionstipp: zur Titanic tauchen, einfach mal so zum
ansehen. Kann man Freunden von erzählen. Supersache.
Hauptsache, es macht Spass.
Macht es eigentlich Spass, Plastikbecher zu spülen?

Hoffnung ist auch immer ein bisschen Dummheit.

Veröffentlicht unter marcus

Helpensteins historische Nachrichten

Sehr gehrte Damen und Herren,
hiermit darf ich Ihnen freudigst mitteilen, dass nun feierlich Ihre
Lokalredaktion Bonn eingerichtet worden ist – und das, ob Sie nun wollen oder nicht!

Lassen Sie mich – lieber Leser – zum anfänglichen Warmwerden einige
bedeutende Nachrichten aus dem neuen Standort übermitteln: Bonn am Rhein, die
ehemalige Bundehauptstadt, Bonna solum felix, wie der Lateiner sagt, Bonn – du
glücklicher Boden.

Auf eben diesem Boden ereitelte sich kürzlich ein Jungsporn, schwächlicher
Statur, auf einem Aluminium-Rad, das so schwerfällig läuft, wie das hölzerne
Laufrad von Francois Derallonde von 1806, dem Erfinder des gleichnamigen
Dellaronde-Rades von 1806. Zu dieser Zeit studierte an der Rheinischen
Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn auch Ernst Moritz Arndt, dem heute ein kleines
aber auffälliges Zinnguss-Denkmal am „alten Zoll“ in Rheinnähe gebührt. Auch
Heine kam später dazu und Marx. Dieser Trierer (hallo Kaihai!!!) studierte
Rechtswissenschaften und Ökonomie (das ist, wenn Katholiken und Protestanten
gemeinsam nach der Prozession in „Zum Kothen“ einen saufen gehen) und war in der
Trierer Landsmannschaft aktiv. Dieser altehrwürdige Verein schämt sich
heutzutage über ihr Gründungsmitglied von früher, weil dieser später dann eine
unglaubliche Entdeckung machte: den Weltkommunismus. Heute erinnert an der
Universität weder eine Plakette an die Studizeit von Karl Marx, noch an die Taten
von Oskar Schindler oder Karl-Heinz Bogomiehl, dem einarmigen
Schiffschaukelbremser von der Oberbilker Kirmes, der in den 1960ern von einem blonden
Betriebsmeister eines bekannten Lintorfer Mittelstandsunternehmen gesehen worden war
und seither bei diesem Mann einen überaus starken Eindruck hinterlassen hat,
der manches Mal zu psychotischen Ausbrüchen führt.

Heine hingegen wird in
Bonn dennoch Ehre gebührt, und das mittels eines markanten Basaltblockes, auf
dem schlicht steht: „Heinrich Heine“. Auf manchen anderen Gegenständen steht:
„Thunfisch ohne Öl, in Stücken“ oder „Teakholzstuhl, massiv, von Dr. Teak“.
Henry Heine schrieb Lieder über bekiffte Blondinen, die auf Basaltblöcken am
Rhein sitzen, auf denen „Heinrich Heine“ zu lesen ist, und sich das Haar
kämmen und singen (für alle BWL- und Jura-Studenten: damit ist natürlich die
Schlagzeugerin von Lenny Kravitz gemeint, die mich mit ihrem schnellen
Rhythmus-Spiel beim vorletzten Loreley-Festival, auf der Loreley gelegen, ganz
verzückte!). Dieses Lied wird heute noch als ‚Lied von einem unbekannten Dichter‘ von
so manchem betrunkenen, deutschnationalen und antisemitischen
Burschenschaftler der Trierer Landsmannschaft gegrölt, am Grab von Immanuel Kant in
Königsberg, nachts, heimlich, manchmal.

Auch Freiherr Friedrich vom und zum Stein, der mit seinem Kollegen,
Staatsminister Hardenberg, die preußischen Reformen durchsetzte, kann alleine schon
wegen seines Namens mit Heinrich-Heine-Granitquardern in Verbindung gebracht
werden. Er hielt, ebenso wie der bekannte Althistoriker Berthold Gustav
Droysen, zahlreiche Vorträge an der Bonner Uni, z.B.: „Das Laufrad – Segensbringer
oder Teufelswerk?“ oder „zum Verständnis der lyrischen Teakholz-Trilogie von
Heinrich Heine“.

Zurück zum Jungsporn: Als dieser also auf seinem Dellaronde-Rad, Baujahr
1806, aus Teakholz, aus der Manufaktur von Dr. Teak, an dem
Ernst-Moritz-Arndt-Denkmal und einem Basaltblock, auf dem Lenny Kravitz saß und kiffte,
vorbeifuhr, wurde ihm grausig die ganze Tragweite des 19. Jahrhunderts offenbar. Er
gab seinem Rad die Sporen, setzte seinen Monokel auf, raffte Gamaschen,
Anglaise, Schnupftaback und Taschenuhr zusammen und fuhr auf schnellstem Wege zur
Uni, wo ihm der Kurs „Feministische Literaturtheorien“ völlig die
konservativ-reaktionäre Laune vermasselte, weil darauf herumgehackt wurde, dass es in
Schillers ‚Ode an die Freiheit‘ heißt: Alle Menschen werden Brüder! und nicht:
alle Menschen/-innen werden lesbisch!

P.S.: Das ist mir jetzt irgendwie zu primitiv am Schluß. Ich möchte damit
nicht so aufhören, ich möchte viel lieber an einer modernen Uni studieren, wo
Denkmäler von Container-Alex und Stefan Raab rumstehen und ich entzückt
ausrufen könnte: Hach, wie modern! Aber wo ist´s schon so stylish…?

Mich trifft es besonders hart – ich habe einen 70l Tank

Zahlen sind nach dem Menschen
wohl das grösste Mysterium der Welt. Der grösste Schock, um bei den
Superlativen zu bleiben, für einen Herrn im Vorruhestand war wohl die insgesamt
drastische Benzinpreiserhöhung Anfang 2000.

Dieser Herr war in einer
TV-Umfrage nach seiner Meinung gefragt worden und er hat sich mit dem Satz
„Mich trifft es besonders hart – ich habe einen 70l Tank.“ in meiner
Erinnerung verewigt.

Warscheinlich
für immer.

Dabei müsste man in den
Industriestaaten doch von einer durchgängig wenigstens ausreichenden
mathematischen Vorbildung ausgehen können.

Man kann nicht.

Offener Brief für den unbekannten
Herrn im Vorruhestand

Sehr geehrter Herr,

um es direkt zu sagen: Ihr
Tankinhalt hat nichts mit dem Benzinpreis zu tun. Der Tankinhalt wird natürlich
immer 70l betragen, wenn er vorher bereits dieses Raumvolumen zur
Verfügung gestellt hat. Eine Erhöhung
des Preises hat darauf keinen Einfluss. Weiterhin wird Ihr Auto bei vorgegebenen
Einflussfaktoren auch nicht mehr verbrauchen, weil sich der Benzinpreis erhöht
hat. Was sich ändert, wie sie vielleicht schon bemerkt haben, ist der Preis für
eine Tankfüllung. Dieser Änderung liegt eine mathematische Formel zugrunde:

Preis pro Liter Benzin * Tankinhalt in
Litern = Preis pro Tankfüllung

Nun ist es aber nicht so, dass es
Sie hart trifft. Es trifft Sie genau gleich hart wie andere Personen, die Benzin
käuflich erwerben. Die Korelation, die Sie zwischen Tankinhalt und Benzinpreis
zu finden glauben, existiert indess, wie eingangs erwähnt, nicht. Nehmen wir
einmal modellhaft an, Ihr Tankinhalt wäre geringer – beispielsweise 34 Liter.
Das hätte keinerlei Auswirkungen auf den Benzinpreis, da dieser ja gegeben ist,
und auch keine Auswirkungen auf den Verbrauch, den wir ebenfalls als gegeben
ansehen wollen. Das Einzige, was sich änderte, wäre der Preis einer Tankfüllung.
Dieses können Sie anhand oben angegebener Formel leicht nachrechnen.

Da Sie nun mit einem niedrigeren
Tankvolumen über eine direkt proportional geringere Reichweite verfügen, tanken
Sie folgerichtig häufiger als vorher, so daß sich zwar die Endbeträge
verringern ließen, gleichzeitig aber dann die Anzahl der Tankfüllungen in
gleichem Maß zunimmt und diese Ersparnis vollkommen aufbraucht. Über einen
längeren Zeitraum betrachtet äußert sich ein größeres Tankvolumen, bei
fixem Benzinverbrauch des Fahrzeugs, darin, dass sich nicht nur die Reichweite
erhöht, sondern sich bei entsprechend umsichtigem Konsumverhalten auch zu
günstigen Zeitpunkten nachtanken ließe. Dieses ist bei geringeren Volumen des
Kraftstoffbehälters schwieriger zu optimieren. Daher ist das von Ihnen durch „besonders“
gesteigerte Adjektiv hart hinreichend falsch, denn Sie können durch das
grössere Tankvolumen die Marktlage besser nutzen als dieses bei Fahrern von Fahrzeugen
mit geringerem Tankinhalt der Fall ist.

Nach dieser, zugegebenermassen,
belehrenden Erklärung etwas Konstruktives:

Denken
Sie mal über Aluminiumfahrräder nach…

Veröffentlicht unter marcus

hast Du schon einmal ein Computerspiel gespielt?

Ich meine so richtig, nicht Mohrhuhn schießen, sondern ein
wirklich langes.

Nach ungefähr einem halben Monat spielen, beendete ich ein
solches, welches spielt keine Rolle. Bringt eure erlahmte Phantasie
mal in mein Zimmer und durchlebt mit mir die ersten Minuten Mach dem
Spiel.

Völlig unerwartet ist es auf einmal vorbei, du hast ihn
geschlagen, den Endfeind. Der Bildschirm wird schwarz, und doch
siehst du immer noch Farben. Die Ruhe ist beängstigend und doch
ist es das Gefühl, auf das Du seit dem Anfang des Finallevels
gewartet hast. Als du auf die Windowsoberfläche zurückkehrst,
wird dir plötzlich klar, dass du der Besiegte bist. 2 Uhr 30
zeigt die Uhr, bei dem Gedanken an diese Uhrzeit fühlst du dich
auf einmal unendlich müde, nicht die Art von Müdigkeit die
man hat, nachdem man ein 2m tiefes Loch gegraben hat, sondern eine
tiefere Müdigkeit, so als wenn Dich jemand, gefesselt, ein
Abhang hinunter geschubst hätte. Kurz nachdem der Computer
endlich runtergefahren ist, versuchst du Deine Augen aus dem
Bildschirm auszuklinken, voller Verwunderung stellst du fest, dass
sich Deine Grafikgeschwindigkeit auf ca. 31 Frames verringert und
wild rumzuckt. Du fährst Deinen externen Buffer aus und suchst
nach Halt. Im letzten Augenblick verhinderst du einen Systemabsturz.

In der Küche angekommen greifst du nach einer Wasserflasche,
von Muskelkrämpfen geplagt, führst du sie an den Mund und
spürst schließlich wie sich die Fluten über den
staubtrockenen Rachen ergießen. Das Leben scheint wieder
zurückzukehren. Du denkst, noch ein paar Healthpacks (Toast mit
Marmelade) und ein wenig Armor (Kaffee) bringen dich wieder auf einen
speicherwerten Level. Von wegen, die verbrannte und schlecht
programmierte Engine deines Körpers, gibt nach und du wählst
die Option schlafen um dem Endfeind ein weiteres mal entgegen zu
treten, nur mit anderer Textur……………..

Veröffentlicht unter martin

Martin und sein DSL

Die wollen DSL

Wir schreiben das Jahr 2001, doch keiner merk es. Das Internet verbindet die
Welt und all ihre Schurken, macht aber ansonsten nur manchmal Sinn. Da alle
Leute, außer fast alle, zu viel Geld haben, kann man Sachen Online
bestellen, nicht etwa das es funktionieren würde, nein nur der Gedanke etwas
zu einem wahnsinnig günstigen Preis zu bekommen läßt die Onliner wild
klicken. Weil so viele Leute auf der Datencountryroad rum warten, wollen
manche sie zu einem Datenhighway machen, dazu braucht man aber ein paar
Kästen da Heim. Da aber die, die die Kästen machen alles ungeschulte
Heizungsbauer und Maurer sind, müssen alle die,die die haben wollen
mindestens so lange warten wie die, die etwas per Internet bestellt hatten.

Doch
das Warten lohnt sich, denken die Wartenden, denn die wollen ja irgendwann
mal im Stau stehen. Die Firma die die Kästen wegschickt, tröstet mit tollen
Terminen z.B. erst 1.Dez. 2000, dann 5.Jan. 2001 und schließlich irgendwann
nach Mitte 2001. Weil aber alle die,die die Kästen haben wollten jetzt stink
sauer sind, passiert nichts, denn wer sind die schon?

DOWNLOAD VON: dsl- Zugang
ÜBERTRAGUNGSGESCHWINDIGKEIT : 2 bis 3 unfähige Mitarbeiter / Anschluß
DAUER : ca. 1.209.600 Minuten

Veröffentlicht unter martin

Winter

Schon bald ist Sommer

Heute lag mir der Gedanke im Kopf, es würde schon Sommer.
Alle laufen naß vom Schweiß durch die Gegend. Frauen
laufen dreiviertelnackt durch die Gegend und überfluten alle
Männer mit unangemessen sexuellen Reizen, Hessenkollegschüler
gehen den ganzen Tag einkaufen weil im Norma eine Klimaanlage
Abkühlung verschafft und die Reichen haben Sonnenbrand vom
Cabrio. Das Flimmern der Hitze verdirbt die Augen, die Erlösung
durch die Kühle der Nacht kommt erst um Zehn und die
Sonnenstrahlen der Morgensonne bohren sich schon um 5 Uhr 30 in die
Augen. Die ozonhaltige Luft vermischt sich mit dem Smog und bildet
eine giftige Glocke die während der Windstille die Lungen
vergiftet. Lauwarme Getränke, Mückenstiche, Sonnenstich und
das Schlimmste aller Übel: Die Haut wird Braun! Diese "Gesunde
Bräune" brennt sich auf die Haut wie auf ein altes
aufgebackenes Brot.

Doch zum Glück ist es noch Winter.

Sanft legt die Kälte ihre erfrischenden Schleier übers
Land, die Bäume entfangen sie mit Offenherzig und müssen
sich nicht hinter einem Mantel aus Grün vor der verbrennenden
Sonne schützen. Aller Schmutz, alles Unreine wird mit großen
Güssen hinfort gespült. Kleidung bekommt einen Sinn. Schöne
Farben zeigen das Land wie es wirklich ist, alles ist so ehrlich und
doch kann sich der Winter auch verdeckt zeigen, er bedeckt alles mit
weiß als ob er uns alle vor den Flammen der Sonne schützen
will. Schon die kleinsten Andeutungen eines wohl geformten weiblichen
Körpers versprühen heiße Erotik da die Dosis einfach
stimmt. Erst die Kargheit und Einfachheit des Winters öffnen die
Augen für die wirklich schönen Dinge. Eine Blume, mag sie
noch so herrlich sein, ist um so schöner wenn sie allein dar
steht, denn im Feld währe sie verloren und unattraktiv. Wenn die
Kälte kommt, gib es doch nichts schöneres als die Wärme
einer Feuerstelle oder sogar eines Körpers zu spüren und
während dessen die frische kühle Luft zu Atmen.

Martin im Winter

Veröffentlicht unter martin

Eine Zugfahrt, die ist lustig…

… eine Zugfahrt, die ist schön.

Wer hat dieses blöde Lied geschrieben?

Ich fahre täglich mehrmals mit öffentlichen Verkehrsmittel der DB und was man da so erlebt ist überhaupt nicht lustig und schon gar nicht schön.

Ich habe er mir mittlerweile abgewöhnt, mich bei Fahrzeiten von weniger als 15 Minuten hinzusetzen, da die Chance, einen netten Menschen neben sich sitzen zu haben scheinbar relativ gering ist.

Und wenn mal ein hübsches Mädchen alleine auf einem dieser gesprächsfördernden Man-sitzt-sich-gegenüber-Sitzplätze hockt und ich mich dazu setze, steigt diese entweder die nächste Station aus, oder zwei Helly-Hansen-Jacken-tragende Mobiltelefonierer setzen sich dazu und lassen die ganze Zeit Ihre Handy-Melodien ertönen.

Ich kann die Lieder der verschiedenen Handys schon auswendig mitsingen und weiß immer, welche Klingeltöne in und welche out sind.

Nicht, dass ich was gegen Handys habe, mehr gegen einige der Besitzer. Es gibt da diejenigen, die ihrem Kumpel gesagt haben, er solle mal um 13:21 Uhr anrufen, weil sie da gerade in der Bahn sitzen und das voll cool kommt.Dann sind da noch die, die jemanden anrufen, um ihm mitzuteilen, dass sie in 2 Minuten da sind, und sie sich ja dann sehen (was ja wirklich wichtig ist).Aber ich glaube, die meisten tun nur so, als würden sie telefonieren („Ja hallo ich bin’s … Waaas … Echt … Ja… Ja … Ne … Mmmh … Ja … Ok …. Tschöö“).

Kennt Ihr die Situation, wenn einem alte Leute gegenüber sitzen (ich meine richtig alte)?

Die reden nur über so Sachen wie das Wasser, was sich in den letzten Wochen im Knie angesammelt hat, oder über den Neffen vom Karl-Heinz, der jawohl ein ganz Lieber ist.

Ich bin dann immer schon sprungbereit, weil dann als nächstes die Frage an mich kommt, ob wir nicht die Plätze tauschen könnten („Ich kann nicht so gut gegen die Fahrtrichtung sitzen !“).

Ich sag dann meistens, ich müsse eh die nächste raus, und verdrücke mich heimlich ins nächste Abteil, da die alten Menschen mich ansonsten in ihr Gespräch einbeziehen und erzählen, dass es ja nur noch wenige so nette junge Leute gäbe.

Auch immer wieder beliebt, sind Schulklassen, die die sowieso schon angeregte Stimmung dadurch würzen, dass sie erstens einen Kinderfurz nach dem anderen in den Waggon hängen und einen zweitens dazu bringen, aus den komischsten Dingen, die man gerade zur Hand hat, einen Oropax-Ersatz zu basteln.

Aber das schärfste ist mir letztens passiert:

Ich saß in der S1 auf dem Weg nach Hause, als sich ein Pärchen mittleren Alters zu mir setzte.

Ich tat gerade so, als würde ich für die Uni lernen und blätterte in einem Skript, als die Frau – nachdem sie unauffällig einen Blick in meine Unterlagen riskiert hatte – plötzlich anfing, dem Mann zu erzählen, dass sie früher nicht so schwere Dinge in der Schule gehabt hätten. Der Mann schaute somit noch viel unauffälliger in mein Skript und wusste natürlich sofort, was ich studiere. Er fing an, seiner Frau zu erklären, wie das funktioniert und das er das auch alles kann und überhaupt ist Elektro-Technik ein unglaublich spannendes Studium -;

Mir wurde heiß und kalt: der Moment, vor dem ich mich immer gefürchtet hatte, war gekommen.

Ich war gezwungen, in der Bahn mit fremden Menschen (die mir auch noch unsympathisch waren) zu kommunizieren. Ich konnte das aber nicht auf mir sitzen lassen. Somit sagte ich also dann zu den beiden, um die Sache zu klären: „Ich studiere NICHT E-Technik!!!“ Was natürlich ein schwerwiegender Fehler war. Ich wurde sofort mit Fragen gepeitscht und konnte nicht anders, als mich einem Small-Talk auszusetzen.

Doch meine gesunde Menschenkenntnis brachte mich nach kurzer Zeit dazu, die Gutmütigkeit der Frau auszunutzen. Und somit schaute ich immer wieder in meine Unterlagen, bis die Frau dann endlich ihrem Mann klar machte, ich müsse lernen und er solle mich in Ruhe lassen.

Ich schaute schüchtern hoch und setzte noch so ein „Entschuldigung- ich- würde- mich- gerne-noch- weiter- unterhalten- aber- ich- muss- lernen“-Lächeln auf. Bingo! Die beiden ließen mich also in Ruhe und versuchten auch nicht weiter, meinen Lebensweg zu erraten.

Es sind aber nicht bloß die Fahrgäste, die einem den Verstand rauben.

Im Dortmunder Hbf gibt es EIN Gleis, welches nicht überdacht ist und sehr weit ausgelagert vom wirklichen Bahnhof liegt. Dort hält die S-Bahn immer dann, wenn es in Strömen gießt ! Das bedeutet dann totale Panik und natürlich Hass auf die DB.

Seit ich einen Mitschüler aus meiner Grundschulzeit gesehen habe, welcher vorne aus dem Führerhaus der S-Bahn geschaut hatte, weiß ich eh nicht, ob ich noch mal in so einen Zug steige. Ich würde ihm zutrauen, sich auf der Strecke zwischen Dortmund und Essen zu verfahren !

Ich weiß, ich bin nicht der einzige Mensch, dem solche Situationen in einem öffentlichen Verkehrsmittel geschehen. Schreibt mir doch mal Eure Erfahrungen, die Ihr so auf den Gleisen Deutschlands gemacht habt.Ich bin sicher, da gibt es noch viel schlimmere Dinge, wie z.B. in einem Abteil mit 3000 Onkelz-Fans zu sitzen, die gerade vom Konzert kommen.

Oder das Problem, wenn man im Zug wirklich mal auf die Toilette muss (in manchen Abteils riecht es, als hätte jemand in den Mülleimer gepisst).

Sicher gibt es auch S-Bahn-Fetischisten, die so Dinge voll anmacht.Zu denen gehöre ich jedenfalls nicht ! Und trotzdem werde ich nicht drumherum kommen, mich auch weiterhin solchen Qualen auszusetzen. Es wird immer wieder viel zu berichten geben.

Also Kopf hoch und nicht unterkriegen lassen,
Euer Chris

P.S.: Diese Geschichten sind alle authentisch und entsprechen nicht wilden Horrortrips aus meiner Phantasie!

Veröffentlicht unter chris