Unser Advent 3

Mein anfängliches Vertrauen in Studenten im Allgemeinen wurde dann doch etwas getrübt, als mir auf dem Campus eine Horde Burschenschaftler mit grünen Kappen begegnete, die in Richtung C-Gebäude (Recht und Wirtschaft) tapperten.

Ein junger Mann, der sich hinter mir gerade eine Zigarette ansteckte, konnte sich einen ironischen Lob der hübschen laubgrünen Mützchen nicht verkneifen und zwar so, daß ihn in einem ordentlichen Umkreis noch alle sehr gut hören konnten. Auf meinen Lippen machte sich ein Schmunzeln breit, mein Hirn arbeitete angestrengt daran, sich ein ähnlich ironisches Sprüchlein auszudenken – ohne Erfolg. Später machte ich meinem Unmut über solche Studentenverbindungen in einem kleinen Text Luft, den ich danach zusammen mit meiner Kaffeetasse in der Tasche habe verschwinden lassen.

Dieser Text , in dem so eine ähnliche Formulierung wie „kulturell unreif“ vorkam, bleibt der Nachwelt leider vorenthalten. Er blieb in meiner Tasche an der Kaffeetasse kleben und wurde, nachdem ich ihn davon entfernte, unlesbar. Der erneut eingefüllte heiße Kaffee brannte jedoch Teile des Textes spiegelverkehrt von außen auf die Tasse , die infolgedessen nun als „kulturell unreif“ gebranntmarkt bleibt.

Die linken Sprühereien dagegen, wegen denen der Direktor der Uni inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt hat, wurden vom Wahlgremium mit großen Plakaten „Geht wählen!“ überhängt. Im wunderbaren Kontrast zu den Burschenscahftlern finde ich dies nun wieder alles andere als „kulturell unreif“.

Ich war ein wenig versöhnt.

Frau Christiansen jedoch muß leider weiter warten…

Veröffentlicht unter 2002

Unser Advent 2

„Voller Elan ans Werk“, dachten noch einige Kinderfresserautoren bei sich. Diese anfängliche Motivation wurde leider von nicht ganz so funktionierender Technik gebremst – wie so oft im Leben.
Es funktioniert halt nicht mehr ganz so richtig in Deutschland. Dies wird erschreckend offensichtlich, wenn man nichtsahnend eines Vormittags an der Backsteinwand der Mensa den klugen Spruch „NPD = Nazis“ lesen darf. Danke für den Hinweis.

Trivial? Lebensweisheit? Hier haben einige Studenten berechtigte Angst, daß faschistische Strukturen ihre Tentakel nach der hiesigen Hochschulpolitik ausstrecken. Muß man sich fürchten, daß ein Asta rechtsradikal unterwandert wird? Ich bringe noch gerade so viel Vertrauen auf, daß ich mich nicht fürchte.
In der Adventszeit sollte man vielleicht mal wieder etwas positiver denken. Ich bin davon überzeugt, daß die in Trier neu gegründete „rechte“ Hochschulgruppe hier bei den Wahlen keinen Fuß auf den Boden bekommt. Schließlich gibt es noch aufrechte Menschen, die sich den verirrten Geistern annehmen und den Nazis
vernünftig entgegentreten.

Da dies meines Erachtens gewürdigt werden muß, sollten solche Menschen in der Steuererklärung ihre Bemühungen gerne in Anlage N unter „außergewöhnliche Belastung durch ständig hilflose Personen“ angeben dürfen. Zu Max Goldt will ich noch rufen: Man muß nicht nach Wien fahren, um sich in einem Cafe sitzend Notizen zu machen. Vielleicht nicht in ein Oktavheft, aber auf die Rückseite eines Zettels mit dem „Zwechfell und äußerem Atemapparat“ und zwar in Trier – das geht auch ganz gut.

Aber vielleicht hat Goldt doch recht, man wird schon seltsam beäugt. Und ganz vielleicht ist dies der Grund, warum dieser Artikel – wie eigentlich geplant – so überhaupt nichts mit Sabine Christiansen zu tun hat.

Weitere Adventskalender – Gedankenschnipsel in Kürze.

Veröffentlicht unter 2002

Der seltsame IKEA-Trip

Ein lauer Sommermorgen. Samstag. Zu jener Zeit, in der man, wäre es Winter, noch schliefe, jetzt jedoch schon wach ist, auf eine seltsame Art ausgeschlafen. Die Zeit, bevor sich die Mittagshitze über einen wirft, wie ein vollgeschwitztes Saunahandtuch. Das erste, was man sich morgens anzieht, sind die Autoschlüssel, weil man zur Abwechslung mal einen Auftrag hat. Die Kaffeetasse nimmt man gleich mit auf die Autobahn – aus dem Radio leichter Funk, thematisch an die eigene Befindlichkeit angelehnt. Sogar ein festes Ziel hat man – diesmal: Einkaufen. Bei IKEA. Die Vitrine Benno oder so soll es sein. Namen sind Schall und Rauch – so viele verschiedene Vitrinen mit Glastür wird es in dem schwedischen Möbelhaus schon nicht geben, denkt man sich. Schließlich weiß man ungefähr, wie das Ding aussieht. Häßliche Kiefer – würde man sich selbst nicht kaufen, geschweige denn dieses Teil überhaupt benötigen. Auftragsarbeit. Weil man ein Auto hat, wo das Ding reinpasst. Das Geld lag schon bereit, fast abgezählt, den Umweg zur Sparkasse konnte man sich schenken, der Tank ist noch halb voll, die Laune gut.

Einzig musste man sich vielleicht entscheiden, welches IKEA man aufsucht, die Wahl fiel auf den neugebauten Riesen im Süden der flirrenden Großstadt. Autobahnkreuz, andere Autobahn, Abfahrt verpasst, egal. Quer durch ein verkommenes Industriegebiet voller Gebrauchtwarenhändler, irgendwann erreicht man das Ziel: Ein Klotz aus Stahl, freundlich bunt bepinselt, zugestopft mit billig zugeschnittenem Holz und falsch abgezählten Schrauben, in Plastik verschweißt. Hat man noch weitere Klischees auf Lager? Guten Tag Herr Studienrat, auch im geliehenen Passat unterwegs? Grinsend betritt man die Horrorhallen des möblierten Wahnsinns.

Am Eingang drängen sich einem die unsäglichen Bleistifte auf. Man kann sich jedoch darauf besinnen, daß diese Dinger mit knüppelharten Minen ausgestattet sind. Gerade so, daß sie sich zum Schreiben nicht eignen. Da man höchstens Papier in Form alter Kassenzettel bei sich führt, denen diese Stifte umgehend den Garaus machen würden, greift man nicht zu. Plötzlich hat man es dann doch eilig, aus dem Gruselkabinett so schnell wie möglich wieder heraus zu kommen. Abkürzungen gibt es bei IKEA nicht. Man wird durch Wohnwelten geschlängelt. Das Prinzip des Mitnehm-Ramschs, wie kurz vor der Kasse bei Plus, greift hier überall. Der Kunde muß sich alles anschauen, alles gesehen haben, am aller besten auch alles kaufen. In der Ecke auf der Plüschcouch zwei aparte Noch-nicht-ganz-Studentinnen, richten sich womöglich ihre neu gegründete WG ein, kleiner Tiger und kleiner Bär brauchen ein Sofa, Papi bezahlt. Man ahnt das Zerwürfnis nach spätestens zwei Semestern Zusammenwohnens. Eine geht wahrscheinlich auf Auslandssemester nach Timbuktu, nimmt das inzwischen fleckige und mit Brandlöchern übersäte Sofa trotzdem – und aus Prinzip – mit, die andere holt sich einen vollgepissten Teppich auf dem Trödel und stellt eine Teekiste in dessen Mitte, auf diese wiederum einen unförmigen Kerzenständer mit dazu passendem Stummel. Wir wissen alle, wie so etwas endet.

Schleunigst bewegt man sich weiter in die vorgegebene Richtung, in der man die blöde Vitrine erwartet. Stattdessen überall Apple Macintosh Computer, hier hat man ganz offensichtlich am falschen Gegenstand rumdesignt. Schließlich ruft man auch nicht eine Horde kettenrauchender Industriedesigner zusammen an einen Brainstorming-Tisch, wenn man ein Kohlekraftwerk bauen will. Naja, diese kleinen Buntplastikklumpen rechnen ja auch nur vor sich hin. Auf den IKEA-Vorzeige-imacs klebt jedenfalls je ein Schild mit der Aufschrift „nicht funktionsfähig“. Dieser Ansicht war man schon seit längerem.[…]

Drüben irgendwo steht die gesuchte Virtine, die ganz anders heißt, als man dachte. Man überprüft den Preis und bemüht sich, schleunigst Richtung Lager zu gelangen. Kurz vor der Treppe, die einen ins Kochtopf- und Badezimmerlampeninferno führen soll, reagiert jedoch eine Bande naseweiser Jungmeschen ihren Einkaufsfrust an den mittlerweile kreuz und quer herumliegenden Kinderzimmereinrichtungsgegenständen ab. Die dicke Mutter streitet mit dem noch dickeren Vater in der Küchenabteilung über Ceranfelder. Im einzigen Kaufhaus auf der Welt, in dem man die großartige Möglichkeit hat, sich der Blagen zu entledigen, indem man diese in einem Meer aus Plastikbällen ersäuft, schleifen diese Gehirnamputierten ihre Quälgeister mit sich durch das Labyrinth aus Sperrmüll im Vorstadium.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und man selber schon zwischen den riesigen Regalreihen, die ganze Wohnungen, zusammengelegt in unhandlichen Pappkartons, beheimaten. Hier kurven Unmengen von Smartfahrern mit Einkaufswagen durch die Gegend, die so weit und voll beladen sind, daß man diese im öffentlichen Straßenverkehr nur mit Sondergenehmigung bewegen dürfte. Es kommt einem so vor, als es ob die Hälfte dieser Lenkversager nur darauf abgesehen hätte, einem mit der scharfen Kante ihres „Ivar“ die Kniescheiben zu amputieren. Irgendetwas ist falsch. Selbst hat man keinen dieser Mördereinkaufswagen und weiß auch gar nicht, wie man seine Vitrine in den Regalen finden soll, weil man sich die Lagernummer nicht gemerkt hat. „Anarchie“ spukt es im Kopf und so kehrt man um, widersetzt sich dem vorgegebenen Schlängelpfad und geht diesem nun entgegen.

Fehler. Für solche Aktionen ist die IKEA-Dimension einfach nicht ausgelegt. Auslagen und Knüpfteppiche und Thermoskannen und Bastdings und Kieferdangs und Plunder kommen falsch herum auf einen zugeflogen, die Menschen gehen rückwärts und tragen ihre Hüte an den Füßen. Die rebellischen Kinder stehen plötzlich nicht mehr im Weg, ihre Eltern haben schon immer ein Ceranfeld besessen, die zänkischen Studentinnen vertragen sich in ihrer WG auf Rattansesseln. Plötzlich taucht Benno auf, dein guter Freund, die Kiefervitrine und schreibt dir seine Regalnummer mit weichem Bleistift auf dicke Pappe.

So endet der Ausflug in eine andere Dimension zwischen Billyregalen in Weiß und oder Buche – man reiht sich wieder ein in den unaufhaltsamen Strom der Studienräte, greift sich schließlich auch einen dieser unsäglichen Einkaufswagen, hievt ein Paket Benno aus dem Lager und verschwindet auf Nimmerwiedersehen in einer der Reihen vor den Kassen. Erst am Kofferraum seines Kleinwagens wird man sich seiner Situation wieder richtig gewahr. Etwas benommen läd man Benno durch das Faltdach ein, stopft eine Rockmusik-Kassette ins Autoradio und versucht, nicht an dem Gedanken zu verzweifeln, daß man sich nun bei knallender Mittagssonne durch die grau versmokte Innenstadt zurück nach Hause quälen muß.

Fast hättest du mich gehabt, IKEA! Viel hat nicht mehr gefehlt, dann hätte ich sogar eine Tüte Teelichter gekauft.

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Moloch Berlin

A114 Richtung Berlin. Die Autobahn sticht im Nordosten in diese Stadt wie ein Dolch in einen
verwundet am Boden liegenden Riesenmoloch, der sich wild um sich greifend von den Menschen
ernährt, die in seine Reichweite kommen. Es türmen sich Hochhausfronten vor einem auf, als
wollten diese einem aus ihren warnend erhobenen Betongesichtern zuraunen: „Reisender, kehre um, zurück
aufs Land, in die Heide, wo die Kiefern steh’n!“ – Doch zu spät.

Die Stadt verschlingt gierig und
beginnt, die Ankömmlinge auf ihrem Kopfsteinpflaster zu zermahlen. Ampeln, Werbetafeln,
abgeknickte Straßenschilder, kreuzende Straßenbahnen, Taxis, die dem pulsierenden Strom der
Autokolonnen ein schnelleres Tempo befehlen.

Großstadt, klar – aber doch nicht nur. Irgendetwas
Beunruhigendes liegt in der Luft. „Du bist hier nicht in Düsseldorf“, schreit ein Ampelmännchen,
„und nicht in Essen, oder in Genua, oder in Paris, oder in Hamburg…“ – und es hat recht.

Vorsicht, nicht den brabbelnden Penner totfahren, trotz Einbahnstraßenchaos. Man stellt sein
Auto ab und hofft, daß einen sein Lebensweg noch einmal hier in die Gegend führt. Gesenkten
Blickes wankt man zwischen Hundekot und Schriftzügen aus Spraydosen. Vermutlich ein
Legastheniker hat sich verzweifelt an dem Spruch „Anachie statt Hierachie“ versucht. Beim
Nachtverkauf gibt es Bier für 75cent.

Man trinkt es zwischen den nicht endenden Häuserfassaden.
Irgendwo ganz weit oben ist der Himmel, hier unten stehen vollgepisste Sofas und rostige Fahrräder.
Wenn man hier nicht sowieso schon irgendwelche Menschen kennt, dann gibt es gar keine.

Vielleicht
versucht man verzweifelt an irgendeiner Telefonsäule, irgendjemanden zu erreichen, normalerweise
beginnt die Nummer mit 030, aber man ist ja da, man ist theoretisch dabei, mittendrin und doch auch
wieder nicht. Anrufbeantworter. Ich bin hier irgendwo, vielleicht, komm doch eventuell nach
da und da um die ein oder andere Zeit.

Es gibt Treppenhäuser, in denen ist alles kaputt, in anderen
nur manches. Hauseingänge mit alten Holztüren, zerschrammt, bemalt, Klingelschilder ohne Namen.
Kneipen reihen sich an der Straße – und wenn nicht durchgehend, dann zumindest an den Ecken. Die
meisten schreien „bleib draußen“ oder „geh weg“. Muß man hier erst selbst wissen, wer man ist, bevor man sagen kann: „ICH bin hier – und zwar in Berlin“? Das kann nicht sein. Trotzdem sehen viele hier so aus, als gehörten sie hier auch hin.

Trost findet man, weil man in dem „globalen Dorf“
dann doch ein bekanntes Gesicht entdeckt, mit dem man in einem Laden, den es so nicht geben dürfte,
im ersten Stock eines Hauses, Eingang im Hinterhof, noch etwas trinkt und über Dinge redet, die
ganz woanders stattgefunden haben. Weit weg von dem schiefen Pflaster, vielleicht mit Blick in
die Ferne.

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Eine Terroristengeschichte in unzählbaren Streichen

Vorwort

Ach was muß man oft von bösen
Terroristen hörn‘ und lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
die von dritten angewiesen,
Unheil in die Welt zu bringen,
den „großen Teufel“ zu bezwingen.
Anstatt sich durch weise Lehren
zu McDonalds zu bekehren,
neigen sie zu schlimmen Sachen,
die dem Ami Ärger machen.
Bomben legen, Frauen quälen
und dann noch mit Drogen hehlen –
das ist freilich angenehmer
und dazu auch viel bequemer,
als in seinen Hitparaden,
Songs von Britney Spears zu haben.

Noch ein Streich

Nicht allein das LSD
bringt den Menschen in die Höh‘;
sondern auch die Airline
fliegen kann nicht schwer sein.
Den Tank noch voll mit Kerosin,
im Handgepäck ein Messer drin.
Und die Schläfer unverdrossen,
sinnen schon auf ihre Possen.
Sind hell wach nun ohne Müh‘
die Kontrolle haben sie,
über mehrere Flugmaschinen,
die ihnen jetzt als Bomben dienen.
Und CNN sieht ihnen zu
wie sie abstürzen im nu.
Mit ihnen ist hinweggerafft,
ein Symbol der Weltwirtschaft.

Ein Gegenstreich

Als der Dampf sich dann gelegt,
ist die Welt sehr aufgeregt.
Und nach diesem Attentat,
ist der Patriot gefragt.
Es gilt Kriege anzufangen,
um Vergeltung zu erlangen.
Und in einen Bombentrichter,
wünscht man sich die Bösewichter.
Jeder denkt, die sind perdü!
Aber nein, noch schlafen sie.

Und noch ein Streich

Greift die Terroristenhand
ein in uns’ren Postversand,
denkt man noch „welch Ungetier
verschickt dies weiße Pulver hier?“
Und das Pulver kritze, kratze,
juckt auch ganz schön auf der Glatze.
Vor Schmerzen ist man fast am weinen,
hat man Pusteln an den Beinen.
Dank der neuen Biowaffen,
läßt sich Sicherheit nicht schaffen.
Denn gegen böswilligen Haß
hilft kein Fingerabdruck im Paß.

Rudolf Scharping unverdrossen
hat sich auch gleich eingeschossen
ist bereit zum Gegenschlag
weil der Ami das so mag
Auch der Kanzler in Berlin
wünscht die Bundeswehr dorthin
wo Bin LAden ungeschönt
sich nach bösen Taten sehnt
[…to be continued…(live on CNN)]

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Das klappt schon

Aber für mich ist der Weg zur Währungsunion nur im Rahmen eines europäischen Bewußtseins erfolgreich zu gehen […]

Bundesbank-Direktoriumsmitglied Otmar Issing in „Der Spiegel“ vom 15.1.1996, S. 85ff

Als im Dezember diese lustigen kleinen Geldsäckchen verkauft wurden, hab ich schon so bei mir gedacht, daß diese größte verwaltungstechnische Herausforderung noch ganz Europa in ein Chaos ungeahnter Ausmaße stürzen wird. Um diesen Trubel zu umgehen, hab ich mich dann auch nicht am 17. Dezember zur Stoßzeit vor der Sparkasse in eine der Schlangen eingereiht, um solch ein Warterkit zu erhaschen, sondern einfach noch einen Tag abgewartet und dann tatsächlich zwanzig Ocken – schön fein säuberlich in Zwei- und Fünfpfennigstücken – auf den Tisch geschaufelt und mir auch so ein Plastiksäckchen für Neugierige gekauft.

Da hatte ich ihn also, meinen Euro, und trug ihn stolz ins Büro. Zuerst hatte ich wie der kleine Junge in der Werters-Echte-Reklame noch etwas Schwierigkeiten, das Päckchen aufzumachen, aber nach dem Griff zu einer herumliegenden Schere purzelten auch schon die erste goldenen Metallbolzen auf den Schreibtisch. „Häßliche kleine Dinger“, dachte ich so in mich hinein und befummelte zuerst die gekerbten Ränder, bevor ich entzückt den Fallersleben-Vers auf dem Rand der Zwei-Euro-Münze entdeckte. Viel hat sich verändert, jedoch offensichtlich nicht alles – ich war ein gutes Stück versöhnt. Was danach folgte, trübte meine Stimmung wieder: Wo sollte ich die gräßlichen Münzen nun hinpacken? Zu Theodor Heuss und dem baumpflanzenden Fräulein in meine Geldbörse? Nein. Erstens kein Platz und zweitens ist dann alles durcheinander. Das mochte ich nicht leiden. Ich steckte die gesamteuropäische Währung in meine Manteltasche und musste den ganzen Tag fürchten, daß meine allerersten Euros unbenutzt in die Gosse kullern. Ich war erzürnt und fing an, meinen Kauf zu bereuen.

Was dann folgte, ärgerte mich noch mehr. Im täglichen Umgang mit diversen Automaten erwiesen sich die neuen Münzen nämlich als mehr als untauglich. Obwohl an jedem Metallgegenstand, der nur so aussieht, als könne man Münzen hineinwerfen, sich schon ein hübscher Euro-Aufkleber befindet, scheint den Automaten selbst noch niemand gesagt zu haben, daß sie nun auch die neuen „Rundstücke“ zu fressen haben. Entweder die Münzen purzeln unten unbeachtet wieder hinaus, oder noch schlimmer: Man bezahlt, erhält dafür aber keine Gegenleistung. Ein mir nun verhaßter Kaffeeautomat weigerte sich trotz beharrlichem auf dem Geldrückgabeknopf rumgedrücke, mir meine sauer erkauften Euros wiederzugeben. Ärgerlich. Die neuen Scheine scheinen ja auch nicht das zu halten, was man von ihnen erwartet, aber wegen mir müssen die Dinger auch gar nicht waschmaschinentauglich sein, da ich eher selten, also nie, Geld zu waschen pflege.

Der erste Einkauf mit dem neuen Geld war umso spaßiger: „Was macht das denn in Euro?“ – „ZweiEurosoundso“ – „Mal sehn, ob ich soviel hab“ – Die Kassiererin schaut mich ermutigend an, ich packe meine Goldmünzen auf den Tisch. „Das klappt schon“, meint sie. Ich fingere derweil wild herum: „Den noch und den noch, so richtig?“ – „Sehen sie, das hat doch gut geklappt“.

Ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt, als ich noch im Büdchen um die Ecke meine Pfennige in Weingummischlümpfe getauscht hab, damals, als ich kaum zählen konnte und jeder meiner „Einkäufe“ fast eine Stunde gedauert hat.

Weil ich noch etwas nachdenkliches sagen will, daß selbst eine europaweit einheitliche Währung die verschiedenen Kulturen wohl nicht näher zusammenbringen wird und leider auch nicht zum gegenseitigen Verständnis der Menschen untereinander beitragen kann, entschließe ich mich zu einem mächtigen Schlußwort. Leider entweicht mir nur ein „ich komm mit dem ganzen Kram nicht zurecht“. „Ach, da gewöhnt man sich schon noch dran“, meint die Kassiererin für mich mit. „An das Ozonloch und das Waldsterben hat man sich ja auch gewöhnt“, denk ich so bei mir und verlasse mit einem „Tschüß“ lächelnd (und von meinem ersten Euroeinkauf noch ein bisschen aufgeregt) den Laden.

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Parkplatzgedanken (Eingeimpfte Schuldgefühle im Advent)

05/12/2001, 18:45h, Trier, Es ist ziemlich windig – perfekter Halt.
In Berlin wird ein Referat geschrieben, in Freiburg macht ein Hausmeister Feierabend
und in Trier kommt es mir so vor, als habe ich mich eines schlimmen Verbrechens
schuldig gemacht. Will man mir glauben machen(?).

Es gibt gute und weniger gute Parkplätze. Die weniger guten zeichnen sich dadurch aus,
daß man bis nach Hause noch kilometerweit durch eiskalten Nieselregen laufen muß.
Die guten sind dem heimischen Fernseher näher. In der Nähe meines Fernsehers gibt es
vier gute Parkplätze – auf einem hatte ich bis vor kurzem mein Auto stehen. Dieser
Parkplatz ist zwar gut, aber sehr klein und wenn man ausparken will, muß man ganz
bis zu dem Straßenschild zurücksetzen, welches den Parkplatz nach hinten begrenzt.

Bei Nieselregen steige ich also in mein Auto, setze zurück und zwar exakt so lange, bis
meine hintere Stoßstange den Pfosten des Schildes berührt. Die sowieso schon windschiefe
Stellung des Schildes zeugt davon, daß schon seit Generationen ein ganzer Haufen
Menschen nichts anderes zu tun hat, als rückwärts gegen dieses Schild zu fahren.
Man meint fast, das Automobil sei nur deshalb überhaupt erfunden worden, um damit gegen
dieses eine Schild zu fahren.
Und die modernen Autos sind so perfektioniert, daß die Berührung des Stoßfängers
mit diesem Schild keinerlei störendes Geräusch mehr macht.
Bei meinem Auto jedoch hört man dieses Zusammentreffen und man vernimmt es, ähnlich
sanftem Glockenläuten in weiter Ferne (gar lieblich), da rostiges Metall auf schiefes
Metall auftrifft. Für mein Auto gibt es nun kein Zurück mehr.

Ich lege den Vorwärtsgang ein und bemerke jetzt erst die Frau mit Regenschirm, die mir
wie blöde vom Bürgersteig aus zuwinkt. Anstatt mich schnellstmöglichst aus dem Staub zu
machen, weil ich schon genau weiß, was kommt, öffne ich die Fahrertür und frage nach.
„Sie haben das Schild umgefahren“ – „Das war schon immer schief“.
Kurzer Dialog, ich
habe keine Zeit und bin genervt, ziehe die Tür zu. Die Frau setzt einen
„Hilfe, Polizei!“-Blick auf, ich fahre davon und überlege mir, ob ich vielleicht
demnächst Post von der Staatsanwaltschaft bekomme und meinen Führerschein abgeben darf.
An der nächsten Ampel wünsche ich mich nach Frankreich, wo es keine winkenden Frauen
gibt, die sich über Nichtigkeiten aufregen.
Auf dem Hauptmarkt tobt der Weihnachtsmarkt,
auf den Straßen der Feierabendverkehr, mein schöner Parkplatz ist mir verleidet.
Schade, daß es kaum Menschen gibt, die einen ob des guten Parkplatzes, den man hat, loben.
So ein Mensch könnte mir vielleicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern, die anderen können
mir für heute gestohlen bleiben.

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Bomben sind wieder in (warum Kriegsdienstverweigerer potentielle Terroristen sind)

Ich befinde mich in einer verdammten Zwickmühle. Zum einen muß ich mich anhand
dessen, was von mir als schriftliche Begründung zur Kriegsdienstverweigerung im Archiv
des Bundesamtes für den Zivildienst verrottet, strikt gegen den Krieg aussprechen, zum
anderen fährt mir der Herr Bundeskanzler ganz gewaltig über den Mund, indem er
behauptet, das ganze deutsche Volk steht hinter allem, was die USA momentan
anrichten. Ich hab noch mal in meinem Perso nachgesehen, da steht bei mir
tatsächlich, daß ich deutscher Staatsbürger bin.
Gut, stelle ich mich also mit uneingeschränkter Solidarität hinter die USA.
Die political correctness zwingt einen eh‘ dazu. Ein mehr oder weniger gesunder
Antiamerikanismus hat sich mit zwei ineinanderbrechenden Hochhäusern spontan
in eine schleimige Arschkriecherei verwandelt. Schon klar, daß sich eine Supermacht
solch einen „Böse-Jungen-Streich“ (die Mittel dieses Torroraktes waren doch wirklich
auf Klingelmännchen-niveau…) nicht gefallen läßt – sich auch nicht gefallen lassen
kann – und nach dem alten Grundsatz „Auge um Auge“ mit Bomben um sich
schmeißt, egal, wen’s trifft. Ehrlich gesagt, nehm ich es denen auch kaum
übel, es war ja auch mehr als vorhersehbar. Ein anderer Punkt ist natürlich, daß die
Taliban erst durch den großen Bruder an die Macht subventioniert wurden –
aber lassen wir das altkluge Daherreden von gefährlichem Halbwissen…
Was um alles in der Welt hat aber das deutsche Militär mit der ganzen Geschichte
zu tun? Klar gibt es so etwas wie ein Verteidigungsbündnis, aber eigentlich
erinner‘ ich mich auch daran, daß die Bundeswehr ursprünglich nicht
als „out of area“-Verein geplant war. Ist in den letzten Jahren das Fernweh aufgekeimt
oder hat man immer noch ein schlechtes Gewissen, daß man sich aus
der Kuwai-Krise rausgekauft hat? Diese momentane Kriegsgeilheit erinnert mich an
den kleinen dicken Jungen auf dem Schulhof, der sich krampfhaft bei den coolen
Jungs einschmeichelt. Hat dieser kleine Junge vielleicht das Kinderbuch
„Ich bin der kleine Fuchs – in Afghanistan“ zu lesen bekommen oder ist man einfach
schon so scharf auf die Truppenbetreuung? Und wie soll das eigentlich für die
deutschen Truppen ablaufen, so ohne Spicegirls? Jeanette und Claudia Jung?
Dann sollte man aber vorher daran denken, die scharfe Munition einzusammeln.
Diese ganze Show paßt auch gar nicht so recht zu Deutschland. Hier gibt es noch
Trauergottesdienste und betroffene Gesichter. Hier werden keine Helden mit
Rockkonzerten gefeiert, unsere Schulkinder geben ihre Dollars lieber für Pokemonkarten
oder Drogen aus und wir werfen auch kein Rübenkraut und Zentis-Marmelade im
Feindesland ab. Schon gar nicht mit kleinen Deutschland-Flaggen. Da wir also weder
für Nationalstolz (der Zeigefinger der Geschichte / der gesunde Menschenverstand)
noch für einen Spaßkrieg geschaffen sind, sollte man sich doch vielleicht etwas
zurückhalten mit der rückhaltlosen Aufklärung, äh, mit den blühenden Landschaften,
äh, der unbedachten, äh, unaufhaltsamen Solidarität (oder so).
Aber da man nun mal im Boot der westlichen Vorherrschaftsstaaten sitzt, muß man
demnächst halt damit rechnen, trotz größtmöglicher Überwachung, äh, Sicherheit,
daß irgendjemand das Atomkraftwerk von nebenan in die Luft jagt.
Was soll man auch dagegen machen? Schöne Grüße an dieser Stelle an Herrn Schill,
ne Schily und Herrn Kanter, ein zu seiner Zeit offenbar verkannter Prophet. Aber keine
Angst, wenn demnächst die Gewaltspirale in sämtlichen Schurkenstaaten in die Höhe
getrieben wird, vielleicht entspannt sich die Situation wieder, wenn diese Länder mit
dem Export von Erdnußbutter aus kleinen gelben Paketen ihre Wirtschaft in Gang
kurbeln. Für das deutsche Volk gibt in Bezug auf diesen Befriedungsprozeß mal wieder
weder der Bundeskanzler noch -präsident sondern der Außenminister die richtige
Position vor:
Schnauze halten und verkniffen gucken.

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Dieser unbeschreibbare Geruch im Hausflur……trieb Herrn K. beinahe in den Wahnsinn

Vielleicht war es dieser Geruch im Hausflur, der mich an diesem frühen Mittwoch
Nachmittag aus dem Haus vertrieben hatte.
Es gibt ja diese Gerüche, deren Quelle in der Nachbarwohnung zu lokalisieren ist und
die sich von dort aus fast zwei Stockwerke nach unten und ganz nach oben auf den
Speicher ausbreiten.
Man stelle sich ein Parfüm, ein Aftershafe, ja vielleicht sogar eine ganze Duftserie mit
diesem Geruch vor, sie müsste wohl in etwa „Haare gewaschen und danach
Spaghetti mit Käsesauce gekocht“ heißen. Vielleicht gibt es gerade deshalb auch keine
Duftserie mit diesem Geruch. Entweder wegen dem Namen oder aber wegen mangelnder
Toleranz der potentiellen Abnehmer.

Gerne stelle man sich an dieser Stelle einen glattrasierten Yuppi beim Bewerbungsgespräch
vor, der Tage zuvor zwischen den Spiegelschränken und Glastheken der
Innenstadt-Douglas-Filiale riechbar schlecht beraten wurde und nun mit der
Ausstrahlung eines UPS-Boten, der sowohl die Lieferung von Schwarzkopf als auch die
von Miracoli hat fallen lassen, vor seinem nun leider nicht-zukünftigen Chef steht.
Wird Convenience-Food und Shampoo überhaupt gleichzeitig geliefert? Und dann auch
noch von UPS? Eines ist jedoch glasklar: Douglas-Filialen tummeln sich immer
in Innenstädten und sind im Gegensatz zu Bäckern, Telefonzellen und Briefkästen
eigentlich nie in Vorstädten anzutreffen. Lassen sich die Vorstadtbäcker
eventuell ihre Duftartikel – zuvor telefonisch bestellt – per Post liefern? Oder per UPS?
Diese Fragen sind meines Wissens noch nicht ausgiebig genug von der Wissenschaft
untersucht worden.

Verfolgen wir aber nun wieder den Gedanken der seltsam stinkenden Duftserie: Man darf
ohne Einschränkung annehmen, daß solch eine Pflegeserie nicht als Kassenschlager
in die betriebswirtschaftliche Geschichte eines an Gewinnmaximierung
interessierten Großunternehmens eingehen würde. Besagter Geruch war also
ausfallend genug, mich an jenem Mittwoch Nachmittag aus meiner eigenen Wohnung
zu vertreiben.

Hätte mich zu dieser Zeit jemand angerufen, eventuell sogar aus einer
Vorstadt-Telefonzelle, hätte er nur meine Abwesenheit feststellen können.
Mich hat aber niemand angerufen und wenn doch, tat er es zu einem späteren
Zeitpunkt nicht erneut. Möglich ist also, daß es eine ganze Menge erboster
Menschen gibt, die jetzt wutschnaubend zuhause sitzen, weil ich an jenem
Mittwoch nicht telefonisch erreichbar war, sondern die Frechheit besessen habe, nicht
anwesend zu sein. Mit diesem mich wegen meines Fehlverhaltens lünchen
wollenden Pöbel, der an jeder Straßenecke mit Mistgabeln und Fackeln auf mich
warten könnte, muß ich halt zukünftig leben. Und dies alles nur, weil ich zu
besagtem Zeitpunkt nur psychisch bei meinem Telefon anwesend war, mich jedoch
physisch auf der Autobahn Richtung Koblenz befand.

Ein probates Mittel scheint es ja heutzutage zu sein, sich ein Handy zuzulegen. Ich lebe
jedoch lieber mit dem konservativ-romantischen Gedanken, an der nächsten
Straßenecke mit einer Mistgabel erstochen zu werden. Komische Menschen gibt es,
die sich nur deshalb ein Handy kaufen, weil sie sich einbilden, ansonsten in
Koblenz von einem nach Shampoo und Käse riechenden Yuppi auf offener Straße
erstochen zu werden.

Verrückte Welt!

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Im Rahmen der Zeichenungenauigkeit

Millionen Menschen reißen in plötzlich ausbrechender Panik Absperrungen nieder, die einen versuchen den Ort des Schreckens zu verlassen und rennen um-sich-schlagend den ohnehin schon mit Menschenmassen und abgerissenen Gliedmaßen verstopften Ausgängen entgegen. Andere drängen dagegen, Richtung Bühne, sind schaulustig, wollen vielleicht helfen oder wissen schon gar nicht mehr, was sie tun. Das Playback ist mittlerweile verstummt, man hört nur noch Gekreische.

Derweil ist hinter der Bühne schon längst Resignation eingekehrt. Der Veranstaltungstechniker M. blickt betreten in seinen Plastikbecher voll Kaffee während neben ihm ein in schwarzen Zwirn gekleideter Herr steht, der beharrlich auf eine Erklärung wartet, warum der Star, dessen Manager er noch bis vor zwei Minuten gewesen ist, jetzt mit einem Stahlträger im Kopf als blutiger Klumpen zwischen Scheinwerfern und Kabeln auf der brennenden Bühne liegt.

Rrrrrring!
„Ja, hallo, M. hier…“
„Du hast ja wohl hoffentlich die Bühne nicht nach Deinen Zeichnungen bauen lassen!“
Es war Herr K.
„Dir ist natürlich klar, dass die ‚Hypothenuse‘ in deinem rechtwinkligen Dreieck in der Mitte einen Knick hat, also gar keine Hypothenuse ist. Nicht, dass Dir der ganze Schrott auf der Bühne dann zusammenbricht nur, weil Du Deine Bühnenskizze betrunken in der Kneipe mit Billardkreide auf eine Papierserviette gekritzelt hast. Hahaha!“


„Nene, keine Panik, mach ich schon nicht“, log M., „aber sag‘ mal, warum ist meine Skizze eigentlich noch mal falsch…?“

Betrachten wir uns also mal die Dreiecke. Wenn ein Grundschüler die Quadrate durchzählt, sind die beiden Dreiecke plötzlich im Flächeninhalt unterschiedlich. Die exakte Wissenschaft lässt uns aber vermuten, dass das ja nun nicht sein kann. Es sollte schließlich im wirklichen Leben einen Unterschied machen, ob man pleite oder Multimillionär ist. Die Mathematik funktioniert also, (leider!).

Wie sieht es mit den Flächeninhalten wirklich aus? Die Fläche des Dreiecks (Dr) ist

F(Dr)=0,5 mal 13 mal 5 =0,5 mal 65 = 32,5.

Die Fläche des kleinen Dreiecks im großen ist:

F(klDr)=0,5 mal 2 mal 5 = 5.

Die Fläche des mittelgroßen Dreiecks im großen ist:

F(migrDr)=0,5 mal 8 mal 3 = 12.

Nun noch die Flächen der Rechtecke, die jeweils übrig bleiben:

F(grR)= 2 mal 8 = 16.
F(klR)= 5 mal 3 = 15.

Das eine ‚Dreieck‘ ist also 5+12+16=33, das andere 5+12+15=32 Flächeneinheiten groß.

Ups! So ein Müll. Betrachten wir also die Punkte ‚auf‘ der ‚Hypothenuse‘ – die Ecken der Rechtecke: die Spitze des Dr (links unten) ist der Punkt (0/0).

Der Eckpunkt des grR ist (5/2), der des klR ist (8/3). Die obere Ecke des Dr ist (13/5). Wir können die Punkte (5/2) und (8/3) also schreiben als:
alpha mal (13/5) = (5/2) bzw. beta mal (13/5) = (8/3).

Nun haben aber diese Gleichungen für reellwertige alpha und beta gar keine Lösungen.
Und hier kommt das Gnu: die Punkte liegen also gar nicht auf der ‚Hypothenuse‘. Schauen wir uns diesen Strich noch einmal genau an, stellen wir fest, daß da jemand mit sehr dickem Stift gearbeitet hat (und das mit bedacht).
Der Fehler beruht also auf einer Zeichenungenauigkeit. Die Mathematik stimmt schon noch irgendwie, keine Sorge.

Genauso gut könnte man einen Stift mit einem Durchmesser von sieben Metern benutzen und einen Punkt auf einer Stahlplatte zeichnen. Ein Punkt hat bekanntlich keine Fläche. Wir schneiden den Punkt also aus der Stahlplatte raus, er hat keine Fläche, das ausgeschnittene Stück also auch kein Gewicht und wenn wir jemanden damit erschlagen kann uns kein Gericht der Welt belangen…

Wir lernen also: Kommen irgendwo die Zahlen 1,2,3,5,8,13,21,… vor, will einen bestimmt jemand verar***en.
(Für etwaige Rechenfehler in diesem Artikel keine Haftung – ich bin ja schließlich kein Computer – und alles liegt noch im Rahmen der Rechengenauigkeit…)

Veröffentlicht unter kai