Ich will es plätschern hören…

Tips für einen verdammt guten Tag
oder:
„Was mir die Flairmankassette rät“

Schlaft den Schlaf der Gerechten, bis etwa 12 Uhr, bevor euch das Schlafen Müde macht. Frühstückt ausgiebig mit frischem Brot, Avocadopaste, wunderbarem Kaffee, den Damen vielleicht einen Sekt.
Frühstückt frisches Obst und spuckt die Kerne aus dem Fenster (wenn sie nicht so groß sind wie die von Avocados).

Ladet Freunde für den Abend ein, duscht ausgiebig, lauft nackt durch die Wohnung, die Nachbarn haben verdient mal etwas zu sehen zu bekommen.
Liebt euch oder holt euch einen runter, ja ehrlich, seid lustig mit euren Körpern, Männlein wie Weiblein!

Führt angeregte Unterhaltungen, geht dabei spazieren oder schreit einfach nur den Regen an.
Hört Musik, laut! Tanzt dabei wenn ihr wollt, aber vergeßt nicht zu lauschen.
Öffnet den sich beschwerenden Nachbarn immer noch nackt, warnt sie gleich, dass es Abends noch lauter wird (niemand wird sich auf eine Diskussion mit euch einlassen, schließlich seid ihr nackt und sie Spießer!).

Geht baden oder raucht, was euch mehr entspannt oder liegt, geht Kaffee und Kuchen bei euren Großeltern essen, nirgends schmeckt es besser und sie freuen sich, Dich mal wiederzusehen und Du freust Dich über ihre Freude darüber.
Kuschle Dich danach ins Bett, oder an Deine Liebe, träumt ein wenig, bespaßt euch beim Aufwachen wie es euch gefällt.

Laßt euch was vom Chinesen kommen, verzehrt es auf dem Fußboden sitzend, alberne Spielshows schauend (Lumberjack Contest, Takaschemis Castle…).

Begrüßt jeden Gast als sei es Jahre her, daß ihr ihn gesehen habt, genießt die Anwesenheit jedes einzelnen Freundes.

Feiert bis der Alois kommt, bis alle irgendwo eingeschlafen sind, schlaft unterm Wohnzimmertisch, putzt am nächsten Morgen gemeinsam, irgend jemand macht Frühstück, geht erst am späten Nachmittag auseinander oder feiert einfach weiter.

Von einem der auszog das Lieben zu lernen.

„Nennst Du mich Narr, Junge?“
„Alle Deine anderen Titel hast Du weggeschenkt, mit diesem bist Du geboren“

(William Shakespeare, König Lear)

Narr

Ist ihnen schon einmal aufgefallen, das man immer der letzte ist, der merkt das man verliebt ist und ist ihnen des weiteren schon einmal aufgefallen, daß man immer der Letzte ist, der merkt das diese Liebe erwidert wird?
Während man sich selbst noch durch seine Hoffnungen und Zweifel kämpft, kann ein Außenstehender in einer Nanosekunde erkennen, daß man praktisch schon mitten in einer Beziehung steckt.
Das ist nur deshalb so ungerecht weil man einem Außenstehenden nie wirklich glauben wird und man viel zu feige ist, das Objekt der Begierde einfach geradeheraus zu fragen.

Du dienst

Also bleibt einem meist nur der komplizierte Weg einer würdigen Werbung,
wie diese jedoch auszusehen hat, weiß niemand so recht und gibt jemand Hinweise, sollte man den Teufel tun diese auch nur ansatzweise zu befolgen, noch besser ist es, das genaue Gegenteil zu tun, aber da ich ihnen das jetzt geraten habe, kann das wohl auch kaum richtig sein.
Es schwirrt einem jedoch immer die Frage im Kopf herum, ob das jetzt wohl der Augenblick wäre einen Kuß einzufordern.
Um sich eine halbe Stunde später selber dafür zu schlagen, dass man Vollidiot die Chance seines Lebens verpaßt hat.
Was bleibt ist eine Nacht mehr mit der Vorstellung was wohl passiert wäre, hätte man sich nur diesen Schritt weiter gewagt oder da und dort etwas anderes gesagt.
Grundsätzlich gilt in dieser Phase: Das, was du beabsichtigt hast auszudrücken und das, was du gesagt hast, kann nur von einem Medium in Verbindung gebracht werden.
Unglücklicherweise geht es dem Gegenpart meist genauso, was zu einer Spirale von Missinterpretationen führt und das ganze noch komplizierter macht als es ohnehin schon ist.
Außer für die Außenstehenden, die langsam beginnen an deinem Verstand zu zweifeln, aber das hatten wir ja schon.

Du wirst beherrscht

Alles wird nur noch schlimmer, hat man das mit dem ersten Kuß erstmal hinbekommen.
Ist man jetzt zusammen, oder sieht es der andere nur als irgendetwas anderes an?
Spätestens hier beginnst du dann deine Freunde so richtig zu nerven, für die das alles eigentlich schon im ersten Absatz abgefrühstückt war.
Aber niemand bis auf eine Person kann einem dieses Brett vorm Kopf entfernen.
Ab nun gibt es keinen Augenblick mehr ohne die Erinnerung an diesen kurzen Augenblick der Sicherheit, der in diesem Kuß lag.
Was meiner Einsicht nach der einziege Grund ist, daß sich schließlich ein Part aufrafft die Sache klarzustellen und so das ganze fertig zu backen.

Du verlierst deinen Kopf

Und dann gehst du nach Nantes, FÜNF Monate, ab hier ist es dann nicht nur den Außenstehenden vorbehalten, dich für den ungeschicktesten aller Liebenden zu halten.
Und jetzt für alle, die irgendwo in Phase zwei stecken: Wiederholen sie laut und wohlbetont folgenden Satz und handeln sie dementsprechend (auch für Fortgeschrittene geeignet )!
„Ja ich will diese Frau lieben, ihr meine Liebe schenken, so wie ich ihre empfange.“

„Ein Fluch der Zeit, daß Tolle Blinde führen!
Tu was ich bat, oder auch, was du willst“

(William Shakespeare, König Lear)

Veröffentlicht unter erik

Cidre in der Nacht

Ach je, weh weh, wie gern` hätt` ich jetzt ein Gläschen Cidre, eines nur, ach nur eins,
ich armer Kerl.

Nur ein einziges Gläschen, nur um des Prickelns willen, welches es auf meiner Zunge
erzeugt, nur um den schalen Geschmack des Wassers zu vertreiben das ich zu trinken
gezwungen bin.

Ich will ja gar nicht viel, ein Gläschen nur, wer könnte mir das schon verübeln und
vielleicht ein Fläschchen dazu, nur zum Nachschütten, damit das eine Glas nicht so
einsam bleibt.

Was verlange ich schon? Eine einsame Flasche, das ist alles, nur damit ich ein Gesellen
am Abend habe, wenn mich das Licht des Tages verläßt.

Eine traurige Flasche, nicht der Rede wert, nur um meinen Durst zu stillen und den
Geschmack von Äpfeln und Herbst ein paar Minuten zu vernehmen, daß ist doch alles.
Ist solches denn vielleicht schon zuviel verlangt?

Vielleicht wäre zudem noch eine zweite Flasche angebracht, damit nicht nach dem
ersten essentiellen Durstlöschen nichts mehr zum Genießen übrig ist.

Ach zwei Fläschchen nur und alles wäre viel netter, so wenig macht mich doch schon
so fröhlich.

Oi, oi, oi klagen die Griechen mit mir, mit zwei Fläschchen kann man die Perser gut
bemitleiden, aber wie wäre es mit dreien, damit sich der Weg zum Altglascontainer lohnt?
Recht haben meine umweltbewußten Griechen, wer könnte es abstreiten?

Drei Fläschchen, was ist das schon für einen strammen Burschen wie mich und schließlich
soll es in meiner Bude nicht aussehen wie bei einem Säufer!

Ja, grobe Worte mich zu tadeln sind da fehl am Platze, drei Fläschchen, mehr würde
man einem Hund gönnen!

Ach ich bitte doch nur um vier Fläschchen Cidre, denn das Zählen fällt mir schwer ohne
Apfelwein, wie soll ich wohl sonst die Übel der Menschheit aufzählen?

Nur wer leugnet, daß es diese gibt, würde mir diese vier Fläschchen verwehren, fürwahr!
Ja, für das Wohl des Volkes tränke ich diese Flaschen, man kann nicht oft genug auf
die Gesundheit aller Gruppen oder Minderheiten anstoßen und die Schrecken dieser Welt
verdammen!

Apropos verdammt, verdammt ich weiß nicht mehr ob ich das Licht in der Küche
ausgemacht habe, guckt doch mal nach und wenn da zufällig noch ne Flasche im
Kühlschrank liegt, laßt sie nicht frieren, ich nähme sie gern an mein großes warmes Herz.

Aber es mag mühsam sein, fünf Flaschen zu entkorken, das leuchtet ein, ja es würde
vielleicht die ganze Gemütlichkeit zerstören und somit auch den Grund überhaupt nur ein
einziges Gläschen zu trinken.

Ach! Ich scheue mich nicht, auch hier in die Bresche zu springen, ein Fässchen bringt
die notwendige Lockerheit und wer würde es abstreiten, Lockerheit braucht man um
Artikel zu schreiben.

Um was bitte ich also schon, doch nur um eine kleine Aufmerksamkeit, damit ich einen
Artikel schreiben kann, um nicht mehr und nicht weniger! Denn Artikel schreiben sollte
man solange man lebt, deshalb sollte auch ein solches Faß nicht zu klein sein.

Abschließend möchte ich sagen, dass Rotwein auch seinen Zweck erfüllen würde.

Über Fussballer

Derweil in einer Dachkammer in Nantes, wünscht sich ein
Wesen, an etwas großem Teilzuhaben, einen neuen Weg zu gehen
und Fußballer auszupeitschen die über ihr Spiel sprechen.
Und so geht dieses Wesen zum einfachsten über, etwas großes
zu werden ( und Fußballer auspeitschen zu dürfen), es
ernennt sich zum König von Gottes Gnaden.

Ja es ist sich bewußt über die Pflichten die damit
verbunden sind, da wäre zunächsteinmal die Wahl der
Speichellecker die man begünstigen muß, dann natürlich
der Aufbau einer sich ungebührlich verhaltenden Sippschaft und
natürlich Leute die sich ausbeuten lassen, obwohl sie sowohl
mengenmäßig als auch moralisch seiner Armee überlegen
sind. Da sie jedoch vom Wort Solidarität nicht die blasseste
Ahnung haben werden, ist auch das nicht als Problem zu bezeichnen.

Es ist zufrieden mit seinem Plan.

Ja man kann praktisch alles erreichen als König von Gottes
Gnaden. Ja sogar, daß jemand die verdammte Küche putzt,
daß man überall kalten Cidre bekommt und unfreundliche
Kassierer das gesamte in seinem Portemonnaie befindliche Kleingeld
fressen müssen.

Wenn man vor die Tür geht lächeln alle Leute ihre
Majestät an und wünschen einem lauter tolle Sachen, die man
aber alle eh schon hat und wenn man genau hinschaut bemerkt man
sogar, daß der eigene Schatten etwas unterwürfiger folgt
als sonst.

Und hatte ich schon die Fußballer erwähnt?

Ich bin grundsätzlich gerne der, der ich bin. Was nicht
heißt, das ich nicht ab und an träumen würde, mehr zu
sein als ich nuneinmal bin.

Bienvenu, Monsieur L’Érique

Bonjour,

Wir schreiben das Jahr 2001, ganz Frankreich spricht französisch,
ganz Frankreich? – Nein! In einer großen Stadt in der Bretangne weigert sich ein kleiner Redakteur standhaft Französisch auch nur ansatzweise zu verstehen.

Wir schreiben das Jahr 2001, ganz Europa spricht englisch,
ganz Europa? – Nein! In einem kleinen großen Land weigert sich ein ganzes Volk standhaft Englisch auch nur Ansatzweise zu verstehen.

Kein guter Ansatz.
Doch den mutigen gehört ja bekanntlich die Welt.
Mir gehört jetzt eine kleine Parzelle Frankreich, leihweise zumindestens.
Ich breite meine Weltherrschaftspläne nun in meinem Zimmer aus.
Stilvoll wie ich nuneinmal bin, liegt dieses im Dachgeschoß einer ehemaligen Sklavenverkäufervilla im Stadtzentrum, früher war es wahrscheinlich mal das eines der höhergestuften Angestellten ( evnt. Jaques des Butlers).

Noch ahnt dieses Land wohl nicht, daß es nun ein Teil der beispiellosen Erfolgsgeschichte des technisierten Kinderfressers werden wird. Meine Damen und Herren, hiermit eröffne ich (unter Beifall des einfachen Volkes) die Lokalredaktion Frankreich/ Nantes (wischt euch die Tränen aus den Augen!).

Ja ich bin offensichtlich weit gekommen und noch nicht einmal runter. Gereist bin ich, wie es sich für gute Erfolgsmenschen gehört, mit Thalis und TGV und ich mußte mir dabei arg verkneifen laut „Hui“ zu rufen, so schnell flitzte ich gen eitel Baguetteland.

Angekommen kaufte ich, wie es sich für gute Franzosenimitatoren gehört, Weißbrot im Meter und Avocados, bevor ich in meine Jugendherberge einzog, die eher für gute Schwerverbrecher ausgestattet zu sein schien (Ai, ai, ai, Tristesse, was machst Du so…).

Eine Weile später begann ich meine Suche nach einer würdigeren Unterkunft, bevor ich, wie es sich für gute Angeber gehört, vom technischen Direktor der Oper Nantes zum Essen geladen wurde. Drei Tage dauerte dann meine Schlacht um ein besseres Dasein um dann einen Pakt mit einer älteren Dame zu schließen. Das sie kein Wort von dem verstand was ich sagte und umgekehrt störte keinen von uns beiden.

Ich weiß jetzt zwar noch immer nicht ob Küche und Bad geputzt werden, oder ob ich das tun muß, dafür weiß sie aber auch nicht das ich ein skrupelloser Wegschauerwenndieküchedreckigistmensch bin (was ich dereinst in einer Wohlbekannten WG, von einem unerschütterlichen Lehrmeister eingebleut bekam).

Der letzte Tango mit Tom Hanks

Jüngst verschlug es mich mal wieder auf einen der surrealsten
Orte unserer schönen neuen Hauptstadt, gemeint ist hiermit der
Potsdamer Platz.

Wieso surreal?

Nun ja, dieser ganze Komplex hat den Geschmack von im Wasser
gequollenen Gummibärchen: zu groß, sehr glasig, und
müffelt unecht. Unecht ist ein Wort, das ich hier großschreiben
möchte. UNECHT, so ist dieser Platz, unecht die Menschen dort,
unecht die Stimmung.

Um zu veranschaulichen was ich meine, stellen sie sich eine
Umgebung vor, in der die Werbung das reale Leben ist und das reale
Leben stört wie ein Abszeß. Ich setzte mich hier zwar nie
in ein Bistro (wichtig Bistro, nicht Café oder Kneipe) aber
ich meine, die wohlgekleideten Menschen mit den grotesken
Designeruhren und der Wellafrisur bis hier hin verstehen zu können.

Da sitzen zum Beispiel Petra und Heike, beide etwa 27, Typ
erfolgreiche Chefsekretärin und angehende Anwältin und
versuchen sich lautstark zu übertönen, wer sich nun mit
seiner Tamponmarke viel natürlicher und freier bewegen kann,
selbst Sunnyboy Jan, der flugs herangeeilt kommt, um die beiden mit
einer extra Extraportion Milch ruhig zu stellen, kann nicht
verhindern, dass sie anfangen, akrobatische Turnübungen zu
vollziehen.

Da sind Vater und Sohn, die sich am Nachbartisch gerade darüber
unterhalten haben, wie wichtig eine Nasenversicherung heutzutage
ist, doch ein wenig überrascht, überraschter noch werden
sie sein, wenn sie entdecken, daß der Kellner in echt Herr
Kaiser auf Kundenfang ist…

Angewidert wende ich mich ab und bemitleide einfach ein wenig
einen Baum, der sein bedauernswertes Leben im Durchgang zum
Sonycenter, umfaßt von Marmorplatten fristen muß. Aber
huch, da ist sie auch schon, die Potsdamer-Platz-Fröhlichkeitswache
und sackt mich ein, klar, mit meinem traurigen Gesicht könnte
ich die Kauffreudigkeit der Konsumkäuer herabsetzen. Doch ich
kann den Handschellen von Swatch entrinnen, indem ich einen
undefinierbaren Schwall von Werbeslogans loslasse, irgend etwas muß
die Ordnungshüter angesprochen haben, denn sie rasen wie von der
Tarantel gestochen in Richtung der Kinos. Fast wehmütig bemerke
ich, daß dies ihr Ende sein wird. Niemals werden sie sich bei
all diesen Kinos entscheiden können und eines Tages morgens
entkräftet mit den letzten Worten „Bruce Willis und Tom
Hanks in einer atemberaubenden Komödie“ von der C- Düse
in den Gully gespült werden. Ich werfe einen letzten kurzen
Blick auf die beeindruckende Herde freilaufender 14jähriger
Mädchen, auch Gibbler genannt, vor dem Musicaltheater, bevor der
Glöckner ihre Hirne schlachten wird.

Mich überkommt eine kleine Übelkeit und als ich den
Platz verlasse, hinterlasse ich in einem der Behälter für
materielle Wohlstandsrückstände einige einsame organische
Komponenten.

Veröffentlicht unter erik

Mein schönstes Ferienerlebnis das ich je hatte

Von Kire Lesiem, Klasse 6b

Wie ich mal den technisierten Kinderfresser besuchen durfte.

Die mit virtuosen Goldschlagarbeiten verzierte Flügeltür
schwingt auf und der ehrfürchtige Besucher betritt die marmorne
Eingangshalle, ein Drink wird gereicht während man im Golfwagen in Richtung Rezeption
gleitet, an den Wänden edle Teppiche und Portraits der
glorreichen Urväter der Redaktionen.

An der Rezeption herrscht entspannter Aktionismus, freundliche, ja
ungemein freundliche Damen (nutch, nutch, say no more), bemühen
sich jeden Wunsch zu erfüllen, ja vielleicht ist es heute ja
sogar möglich jemanden aus der Redaktion persönlich zu
sprechen, aufgeregt wird getuschelt, vorsorglich ein neuer Film
eingelegt. Doch zunächst freut man sich auf das
Informationszentrum mit Souvenirshop, der unbestrittene Höhepunkt
ist ein Theaterstück über die Gründung der Redaktion.

Es wird jedoch noch spannender, man nähert sich dem Herzen
des Kinderfresser, den Büros der Idole einer ganzen Epoche.
Weite luftige und sonnige Hallen werden Durchfahren überall
befinden sich gemütliche Sitzecken, Weinregale,
Computerterminals aus Platin, Whirlpools, Massageliegen, Saunen,
ganze Spaßbäder und Sekretärinnen, um, wie erklärt
wird, sicherzustellen, dass auf dem Weg zur Arbeit keine Idee
verloren geht. Der Audienzsaal in unvorstellbarer Pracht, an den
Wänden all die Trophäen, Pulitzerpreise, abgelehnte MTV
Awards alle erdenklichen Nobelpreise usw. (ungenau!)

Sie stehen in und auf gigantischen Bücherregalen, hier kommen
die schönsten Fanbriefe hin (Ein ganzer Gebäudekomplex
widmet sich nur der Beantwortung dieser Briefe). Es macht sich stille
Ehrfurcht breit. Auf einmal ein Kreischen und Aufheulen, unfassbar,
ein Redaktionsmitglied kommt aus seinem angrenzendem Refugium, einer
jener Räume die nur sehr ausgewählte Leute betreten dürfen.
(Anmaßend! Ich weiss, was ein Refugium ist!)
Nicht
wenige fallen in Ohnmacht als dieses Mitglied seinen Weg nicht
fortsetzt sondern lächelnd auf unsere Gruppe zukommt, mein
eigenen Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich erkenne das
Redaktionsmitglied als erster als es sich uns auf etwa Fünfzig
Meter genähert hat, es ist Sir Kugler (Er hat endlich das Bitten
des englischen Königshauses erhört), die Waagen halten
jetzt auf ihn zu und meine Knie werden weich, die Leute schnattern
aufgeregt. Sir Kugler begrüßt jeden Persönlich mit
Handschlag (ich hab meine seit vier Wochen nicht mehr gewaschen)
viele der Frauen fallen schon wieder in Ohnmacht.

Als wäre unser Glück nicht schon perfekt, gestattet Sir
Kugler was noch keinem vergönnt war, wir dürfen einer
Redaktionssitzung beiwohnen (ein Paar Besucher werden jedoch in den
Krankenflügel gebracht ). Wir werden in einen Raum gebracht in
dem man hinter Panzerglas den Sitzungsaal (??
Sitzungs-Aal ??)
sehen kann. Und jetzt kommt der Hammer!!!
Weil ich ja so klein bin konnte ich schlecht über den Rand
gucken, dies sah Sir Kai (Dieser Mann ist trotz seines
Unwahrscheinlichen Erfolgs so bodennah und Mensch geblieben, obwohl
er für mich mehr ein Gott ist)und befahl, dass man mich direkt
an den Redaktionstisch setzten solle! Ich hab die Tür nicht mehr
zugekriegt!

Da saß ich nun im Zentrum der Macht und fast alle waren sie
da, Herr von Franz, Prinz Cechura, Präsident Minarzik und über
ein großes Display aus Berlin zugeschaltet Herr Dr.Meisel,
letzterer begrüßte mich mit den Worten ob „wir denn
ein neues junges Redaktionsmitglied hätten“ und „das
ein wenig junges Blut ja nicht schaden kann.“

Über das was besprochen wurde dürfen wir natürlich
nicht sprechen, sonst werden wir erschossen und ich bin mir nicht
sicher ob das ein Scherz war.

Aber soviel darf ich sagen:Das war das schönste Erlebnis,
dass ich je hatte und wenn ich jetzt sterben würde fänd ich
das garnicht gar nicht!!
schlimm!

1+ Gott wie ich Dich beneide

Veröffentlicht unter erik

Giraffenwunsch

Weil mich das Fernsehprogramm immer häufiger nicht mehr zu unterhalten versteht, habe ich mir ein neues fernsehverwandtes Hobby zugelegt.

Der Ablauf ist einfach aber amüsant, ich stelle mir vor, was geschehen wäre, wenn all die Tierhelden aus den wohlbekannten Kinderserien wie Lassie oder Flipper mit anderen Tieren besetzt worden wären:

Die Flipperanlocktröte quäkt, ein kleiner blonder Junge ruft seinen Freund im Meer, Flippermelodie…- ein eleganter, wendiger, pfiffiger wenn auch sehr kleiner Guppi (Freund aller Kinder) schießt durchs Wasser macht einige elegante Sprünge, welche Abenteuer werden die Beiden wohl heute bestehen?

Oder wie wär’s hiermit:

Fury! Fury! Ertönt der Ruf des kleinen Filmpartners des Hauptakteurs. Ein Kopf erscheint hinter einem Hügel, dann ein Hals, dann noch mehr Hals, ein gefleckter Körper und lange Beine, Die Mähne der galoppierenden Wundergiraffe flattert im Wind

Kleine Mädchen liegen ihren Eltern schluchzend mit dem eigenen Giraffenwunsch in den Ohren, wenn das nicht geht wenigstens Ferien auf dem Reiterhof.

Benji der Nacktmull, Rascal der Elefant, Arielle der Landpottwal.

Jedoch muß ich bemerken, daß meine Phantasie leider arg unterm Fernsehen gelitten hat, mag ich mir auch andere Protagonisten vorstellen, den Plot der Geschichte haben andere dereinst gewebt. Darf ich mich also überhaupt über die Qualität des Fernsehens beschweren, welches seinen geistig schwachen Stoff ja eigentlich nur auf ein phantasiemäßig völlig verdorrtes Publikum zuschneidet? Mal ehrlich kennen sie nicht mehr Serien als Sternbilder?

Traurig, ich weiß.

Fernsehen ist meiner Einsicht nach gefesselt an den Wunsch nach Betäubung, wie Big Brother ja beweist. Die Masse will nicht das man sie Phantasiereich unterhält, sie will Leute sehen die noch dööfer und peinlicher sind als sie selbst.

Hätte ich einen Fernsehsender, würde er sofort Pleite gehen, aber das mit Stil (hier eine Schweigeminute für Nickelodeon einlegen).

Eine Frage möchte ich in den Raum werfen, wieso findet man in einigen Kinderserien und Comicserien (nicht Disney) einen wirklich tiefergehenden Ansatz, nur um die irgendwann Erwachsenen dann wieder zu verrohen?

Und noch eine Frage drängt sich mir auf: wenn plötzlich alle Kinderserienmoderatoren Catcher würden, wer gewänne wohl im Fight Peter Lustig und Christoph von der Maus vs. Shorshinator (Sesamstr.) und Mecki?

Obwohl, kann Peter Lustig überhaupt verlieren?

Veröffentlicht unter erik

Weihnachten Now

Wieder und wieder und wieder erreichen wir den Zeitraum des Jahres den wir Güteraustauschnachten nennen.

Diese heimelige Zeit, in der sich berechnende 3 jährige an der Kaarstadt Wunschwand den Weltfrieden wünschen, weil auch sie schon das Prinzip des marketingorientierten Handelns begriffen haben.Wir feiern die Geburt unseres Erlösers, das Fest der Liebe und eine

Schlacht aus Marktwerten, hurra !Glaube ich an Weihnachten ?
Glaube ich an die Liebe die durch diese Zeit rauschen soll?
Glaube ich das diese Tage heilig sind ?
Ich glaube ein Schützenfest ist ehrlicher.
Ich weiß das alle gleich schlecht oder gut bleiben.
Ich weiß das Weihnachtsbäume pieksen.

Reibachten bei Kaarstadt, zeig mir was Du schenkst und ich zeig Dir was Du wert bist.

Berlinkong 18.12.00

Bericht zur Lage

Der Monsun aus Menschen will nicht enden, es ist die dritte Woche unserer Irrfahrt über den Konsum, es wird kalt und die WerbeCDs stechen in der Jackentasche, vor zwei Tagen wurde Obergefreiter ´Mad´ Marc Ceche in einem Hinterhalt getötet, eine Salve von verlogenen Weihnachtswünsche erwischte ihn und zerfetzte ihn völlig.Die Mannschaft ist erschöpft und psychisch überfordert.

General Kai sitzt den ganzen Tag am Bug und murmelt `das Grauen, dasGrauen´, seitdem er tiefer über den Inhalt des Terminus des Festes der Liebe nachgedacht hat ist er in dieser Verfassung, ich fürchte ich werde ihn vom Rest der Mannschaft separieren müssen.

Die Verantwortung für meine Mannschaft bedeutet mir umzukehren, doch ich fühle den inneren Zwang einen Sinn am Ende dieses Flusses zu finden.

Berlinkong 19.12. 00

Bericht zur Lage

Heute Nacht verloren wir zwei weitere Besatzungsmitglieder SoldatKocherscheidt trat auf eine Weihnachtsmusik und Untergefreiter Wieners stürzte sich nach einer Überdosis Zimt in die Fluten, ich sah Captim das erste mal Weinen, dieses Waschweib.

Ich fühle das wir uns dem Zentrum dieses Schreckens nähern undgleichzeitig spüre ich das auch mein geistiger Verfall fortschreitet.

Berlinkong 20.12.00

Bericht zur Lage

Der Bordkoch Sking hat sich in der Kombüse verschanzt und droht damit sich selbst zu Kochen wenn er noch einmal das Pfeifen der Weihnachtsorgel vernehmen muß.

Der Frontreporter Mr. Flair macht mir zunehmend Sorgen, ich fürchte er plant eine Meuterei, habe vorsichtshalber meine Printe geladen. Grenadier Scholten ist informiert und hat mir versprochen ein Auge auf ihn zu haben.

Nachtrag

Es ist zum schlimmsten gekommen, dieser Flair hatte Scholten längst in der Tasche, Captim und ich mußten um unser Leben kämpfen, Captim starb als Held, eine heimtückische E-Mail Werbelawine Verteilte ihn übers Vorderdeck, habe mich zum neuen Kapitän ernannt.

Während wir uns noch gegenseitig bekämpften, viel eine Horde vonJahrtausendweihnachtsfilmen über uns her, Flair wird seitdem vermisst. Scholten ist reuevoll aus seiner Auspeitschung an seinen Posten zurückgekehrt.

Der Bordkoch hat seine Drohung wahrgemacht, die heißhungrige Besatzung hat sich über ihn hergemacht, wahr nicht viel dran, schmeckte aber wenigsten nicht nach Lebkuchen.

Berlinkong 21.12.00

Bericht zur Lage

Heute Morgen fanden wir die Aufgedunsene Leiche General Kais neben dem Boot treiben, sein Gemurmel wird uns fehlen.

Scholten hat sich als Weihnachtsmann verkleidet, er behauptet so könne ihn der Feind nicht sehen, da eh niemand an den Weihnachtsmann glaubt, habe ihm den Tip gegeben es besser als Christus zu versuchen.

Nachtrag

Der Feind konnte ihn sehen, unappetitliche Geschichte mitMarzipan, der Funker Hi-Q ist mit draufgegangen, die Juniorgefreiten Floh, Julia und Specki sind der Lüge erlegen und Weihnachtswerbemodels geworden.

Seit wir diese Suche begannen sind wir verdammt.

Nachtrag

Es ist eine Lüge, niemand glaubt mehr an etwas anderes alsGeschenke einsacken und saufen, gott ist das ekelhaft, hört ihr? Ihr Lügner! Wuaaaarrrrrgggghhhhhwahahahahahahahwuuuuuuuuuuiiiuuui….

Aktennotiz

Am 21.12.00 fand man die ausgeweideten Überreste des Offiziers M., er stürmte nach seinem letzten Funkspruch vermutlich mitten in die Weihnachtsmaschinerie des Dussmannkaufhauses, sein Überreste werden in seine Heimat überstellt werden.

(Schlußsequenz mit fünf Stunden langer Explosion und Abspann)

Veröffentlicht unter erik

Hallelujah!

Ich glaubte nicht
an den lieben Gott, echt wahr!

Gab es doch immer
so viel Ungerechtigkeit in meiner Kindheit. Immer musste ich um
neun ins Bett, den Müll herunterbringen, oder den schlucken,
den mein großer Bruder mir erzählte; und nie konnte ich
die wirklich interessanten RTL-Filme sehen, weil wir kein Kabel
hatten.

Meine kriminelle
Laufbahn begann deshalb auch schon sehr früh, sei es als
Armenkassenräuber im Kindergarten (mit 5) oder als Besitzer

einer Privatarmee in der 3. Klasse (finanziert durch
Brausestangen).

Die Faszination
von Raub und Gewalt führten mich zu dem unweigerlichen
Schluss, es könne keinen Gott geben, denn der hätte mir
sonst wohl die Leviten gelesen. Mein endgültiger Bruch mit
Gott kam, als „Herr Rossi sucht das Glück“
abgesetzt wurde, monatelang hatte ich die Serie verfolgt und
gewartet, dass Herr Rossi es endlich findet (und somit auch mir
dieses Geheimnis offenbart werde); und dann das: Suche
eingestellt, Kind desillusioniert.

Meine
ungesetzlichen Aktivitäten nahmen neue Maßstäbe
an, alsbald Trat ich der „Lintorfer kriminellen Linken“
bei und beging so als Ratinger quasi Vaterlandsverrat. Es folgten
Jahre geprägt von Alkohol, Drogen, Frauen und natürlich
Gottlosigkeit.

Gefährliche
Meinungsmacher umgarnten mich mit ihren Revoluzzergedanken,
zuletzt plante ich sogar selbst eine Revolution mit Genosse K.
Teuflisch nannten wir uns „Kommando riechend durch die
Republik“; unser Ziel: Entwendung eines
Heißmangelwäschetransporters um uns in duftende Linnen
zu hüllen. So wollten wir uns an die Spitze der Macht
katapultieren!

Doch Du
„Kinderfresser“ warst mir ein Licht in dunkler Stunde,
die rettende Hand für den Ertrinkenden, Du führtest mich
zurück auf den Weg Gottes.

Als ich gestern
Nacht auf Deine Seiten blickte, fühlte ich die Liebe, die
fast 700 Kilometer durch dünne Leitungen zu mir schwappte und
ich erkannte, solch eine Liebe kann nur Gott einer Gruppe junger
Schreiberlinge geschenkt haben.

Dir mein Herz!

Vergebt einem
fehlgeleiteten
Erik Meisel

Veröffentlicht unter erik