Saufköppe und Nasenbären

Jeder kennt Sie, keiner mag sie wirklich gerne: diese Kerls, die sich auf Konzerten, Parties oder in der Disco hinter einen stellen, grinsend ihr Bier fallen lassen und einen dann anprollen von wegen man hätte sie angerempelt und soll ihnen das verschüttete Getränk bezahlen (weil evtl. sonst Dresche). Wie soll man sich nun als gesitteter junger Mensch einem solchen Subjekt gegenüber verhalten? Soll man dem ungerechtfertigten Begehren des Tunichtguts nachkommen?

Man soll!

Und wenn der Rabauke dann von dem vielen Bier dem Ruf der Natur folgen muß und sich draußen in die Büsche erleichtert, soll man sich dann umsehen ob keiner hinguckt und dem Sackgesicht mit Schmackes in den Arsch treten und dann ganz schnell wegrennen? Genau das soll man.

Eure politisch wie moralisch korrekte
Redaktion

Sparkassen

was mussten wir da neulich beim Flanieren in der Innenstadt im Fenster einer eurer Filialen sehen? Auf einem Plakat, mit dem ihr für irgensoein Schnell-aber-ohne-Aufwand-Reichwerd-System warbt, prangte ganz eindeutig unser McMillennium, zwar in leicht abgewandelter Form, aber klar zu erkennen.

Dass in der Werbebranche abgekupfert wird, ist klar. Auch schmeichelt ihr uns natürlich sehr damit, dass es diesmal wir sind, bei denen geklaut wird, unterstreicht dies doch unsere Marktführerschaft auf dem Kreativsektor. Wenn so eine Ferkelei aber nochmals vorkommt, reissen wir euch die Eier ab und stopfen sie zurück in das Huhn, dem ihr sie geklaut habt.

Meint (mit einem Schmunzeln im Knopfloch)
die Redaktion

Unbekannte Schausteller

Vor kurzer Zeit warbt ihr für eine Marionetten-Afführung des Klassikers „Pumuckl“ mit den Worten „der Pumuckel kommt im Zirkuszelt“.

Jetzt mal abgesehen davon, dass ihr den Namen des kleinen Klabautermannes wahrscheinlich aus Lizenzgründen falsch geschrieben habt:
Tut der gute „Pumi“ das wirklich, na ihr wisst schon: das „kommen„? In einer Kindervorführung? Pfui.

Na wenigstens lernen die kleinen Racker dann, wo die Hobelspäne wirklich herkommen.

Wie bitte, der Pumuckl ist gar nicht aus Holz? Das war der Pinocchio? Na der soll sich besser erstmal an die eigene Nase packen.

Meint die von so viel Perversion angewiderte
Redaktion.

Videospanner

Neulich haben wir’s ja in Akte 99 gesehen: Unsere Toiletten sind videoverwanzt und so wird die Tätigung unserer Notdurft zum globalen Multimedia-Event, per Mausklick abrufbar von jedem Rechner. Dagegen haben wir überhaupt nichts einzuwenden. Die Welt ist gross und so die Zahl derer, die sich selbst keinen Stuhlgang leisten können und auf diesem Wege eine Vorstellung davon bekommen, „wie das denn so ist“ mit dem abkoten.

Auch nichts einzuwenden haben wir gegen Euren Einfallsreichtum, was das Plazieren der Ausrüstung angeht. Teils wird sie in einen Wäschebeutel gestopft, ein anderes Mal in die Wand eingemauert und hinter einer sorgsam präparierten Fliese versteckt. Wow!

Aber jetzt mal ehrlich, Videospanner: Wie wechselt Ihr denn die Batterien? Wir nehmen einfach mal an, dass Ihr keinen Generator mit hinter die Vertäfelung gebaut habt, das Gesurre wäre ja auch zu auffällig. Aber wundern sich Eure Opfer nicht, dass Ihr so ca. dreimal täglich bei ihnen die Toilette aufsuchen müsst, um dort Akku und Videotape zu wechseln? Die müssen ja ganz schön doof sein.

Aber wie heisst es so schön: Dumm fickt gut – und das ist ja wohl die Hauptsache.

Meint
die Redaktion (hochintelligent)

Tamponadenproduzenten

Da kann es sich ja eigentlich nur um einen schlechten Scherz gehandelt haben: vermutlich in Anlehnung an die Camel-Trophy gibt es jetzt auch von Euch, liebe Firmen OB und Carefree, die be-free Tour. Abenteuerlustige Frauen fahren nach Neuseeland, um sich dort bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu verausgaben.

Vom Marketingstandpunkt her nicht unbedingt eine Glanzleistung: Während zumindest die Rambofraktion unter uns Männern einen Hauch von Abentuer damit verbindet, dreckbesudelt aber qualmend wie ein Schlot einen Landrover aus dem Strassenkot zu ziehen, muss die Zielgruppe, die einer Horde sich dem Wattekonsum hingebenden Frauen mit Abenteuer oder Selbstverwirklichung gleichsetzt, erst noch erfunden werden. Und wie wollt Ihr Eure Produkte werbewirksam plazieren? Eine abendliche Wattebäuschchen-Schlacht am Lagerfeuer wäre zu infantil, an andere Kollektivanwendungsmöglichkeiten wagen wir jedoch gar nicht zu denken.

sich schon auf die Immodium-Akut-Rallye (Paris-Diarrhöe) freuend:
die Redaktion

Ach ja, Gates…

Wir haben gerade gehört, dass man, wenn man mit Robert Redford schläft, nicht eine Million Dollar zahlen muss, sondern bekommt.

Da fällt uns natürlich auch schon ein patenter Plan ein:

  • mit Robert Redford schlafen
  • Dich von dem Geld zum Essen ausführen
  • vom Wechselgeld eine Kasperklatsche kaufen und Dir mal so richtig eins überziehen.

würde gerne machen
die Redaktion

Bill Gates

Wie wir erst neulich einer für ihre Seriosität bekannten Zeitung entnehmen konnten, bietest Du, lieber Onkel Bill, Deinen Fans einen ganz besonderen Leckerbissen! Man kann Dich nämlich – und das ist nicht gelogen – für ein Abendessen mieten. Und das für lumpige 1 Mio. Dollar.

Finden wir eine tolle Idee. Aber das mit dem Preis solltest Du Dir vielleicht nochmal überlegen, da man für das gleiche Geld auch mit Robert Redford ins Bett steigen kann. Und mit Verlaub, Mr. Gates, der ist doch ein kleines bissel attraktiver als Sie.

Und wenn wir uns zwischen einem dieser leicht asexuellen Computerfuzzis entscheiden dürften, würden wir sowieso lieber mit Marco Börries (DM 69,00, nur für privaten Gebrauch, dafür aber mit Handbuch), oder Linus Torvalds (umsonst) essen gehen.

Meint die momentan zum Glück nicht hungrige
Redaktion

Langnese-Iglo

Was wollt Ihr uns denn mit folgendem Werbespot sagen? Ein leicht memmenhafter Bursche geht durch die Fussgängerzone und kommt ob seiner Durchschnittlichkeit nicht sehr weit. Dann packt er eine mit Eiskrem gefüllte Waffel mit dem unübersehbaren Aufdruck „Winner Taco“aus, und mutiert daraufhin zu einem wahren Berserker mit schweren Stiefeln und Lederjacke. Die anderen Fussgänger haben dann natürlich mächtig Schoko inner Buxe und machen schleunigst Platz für diese Sorte Mann, der man schon in der Schule immer eher aus dem Weg ging, weil er einem sonst das Milchgeld abgeluchst hätte.

Winner Taco – das Eis für alle, die sich schon immer mal gerne in eine Art urbanen Werwolf verwandeln wollen, aber nicht wissen, wie man sich in einer Fussgängerzone verhält.

Mal sofort ausprobierend
die Redaktion

Stefan Raab

Dieter Bürgy kommt! Lange genug hast Du uns ja geil auf diesen sogenannten „Mega-Event“ gemacht, und auch mit angemessener Kreativität dafür gesorgt, dass er zustande kommt.

Unsere schlimmsten Befürchtungen sind aber wahr geworden, als der lang herbeigesehnte Tag endlich da war:
Wohl wissend, dass man mit einem solch langweiligen Entkalkungsprofi kein auch nur ansatzweise lustiges Interview führen kann, habt ihr einfach einen Zusammenschnitt aller Bürgy-Beiträge nochmal gezeigt. Dann war aber auch gut und Bürgy durfte sich an den Katzentisch setzen.

Das wäre ja noch okidoki und verschmerzbar gewesen, wenn es ein Einzelfall geblieben wäre. Aber mit den Ölapalöma-Boys war’s ja nicht anders: Bis ins unendliche Pushen, sie dann das Lied abnudeln lassen, CD hochhalten und dann ohne ein einziges Wort zu Arabella abschieben.

Wo soll das denn enden? Besser wäre, wenn Du in den Dir zur Verfügung stehenden 45 Minuten Sendezeit einfach der Reihe nach deine Kurzeinspielungen zeigst. (Sonja „Ochsenpimmel“; den nackten Fallschirmspringer; den offensichtlich vom Hafer gestochenen Stöhnopa und den Racker der gleichzeitig aus allen Öffnungen Sekrete absondern kann sowie Du höchstpersönlich, der mal wieder vom Kamel fällt). Na gut, der Bully darf auch mal kurz Werbung für seine doofe Show machen, aber mehr sollte echt nicht sein, sonst überforderst Du uns noch total mit der Vielfalt.

Meint
die Redaktion.

L1VE

Mit eurem „L1VE-TV“ habt ihr uns aber was garstiges beschert. Nicht nur, daß wir erfahren mussten, daß Menschen, die eine angenehme Stimme haben, nicht ebensolche optischen Reize versprühen müssen, und zweitens, daß euch wohl nichts zu peinlich ist. Was mussten wir da neulich mit unseren armen Augen sehen? Die sowieso schon arg gewöhnungsbedürftigen Reimreiter, verkörpert durch noch deutlich gewöhnungsbedürftigere Darsteller. Sehen wir’s mal so: schlechter kann’s auch nicht mehr werden.

in diesem Sinne (und ausserdem beteuernd, daß es niemals ein Kinderfresser-TV geben wird): die Redaktion