Recht so, Herr Bundespräsident!
(Bildquellen: “Student shenanigans” von Claremont Colleges Digital Library auf flickr.com unter CC-Lizenz by-nc 2.0 und “Geldscheine” von Fundraisingnetz auf flickr.com unter CC-Lizenz by 2.0)
Wie finde ich heraus, ob der Bundestrojaner auf meinem Rechner installiert ist?
Die Diskussion über die staatliche Computerüberwachung lässt neuerdings viele Bundesbürger skeptisch werden: Lesen die Exekutivorgane auch bei mir mit? Interessiert sich wenigstens der Staat für den Quatsch, den ich am Telefon erzähle? Und: Wie finde ich überhaupt heraus, ob der Bundestrojaner auf meinem Computer installiert ist? Der Kinderfresser zählt Ihnen die eindeutige Hinweise auf:
- Sie sind der einzige in Ihrem Bekanntenkreis, der bei der Facebook-Anmeldung Fingerabdrücke und Speichelprobe abgeben musste.
- In ihrem “Möchten Sie wirklich speichern?”-Dialog gibt es nur die Knöpfe “Ja”, “Weiter” und “Natürlich”.
- Ihre einzigen Follower bei Twitter sind die Kriminalämter.
- Neuerdings müssen Sie nicht nur den Papierstau in Ihrem eigenen Drucker beheben, sondern auch in dem, der in der Zwischendecke versteckt ist.
- Kriminaloberkommissar_Schneider just ousted you as the mayor of zuhause on foursquare!
- Neben Hausmüll- und Altpapierabholung gibt es in Ihrem Haus auch einen Termin für die Datenabholung.
- Jemand kauft Ihnen Musik auf ITunes weil “das andere Gedudel nicht mehr zu ertragen ist”.
- Ihr “Skype-Testing-Service” besteht aus einem uniformierten Beamten, der seit drei Stunden Kabel quer durch Ihr Wohnzimmer verlegt.
- Auf Facebook kündigen Sie einen zweiwöchigen Urlaub an. Der “SOKO Lauschangriff” gefällt das.
- Von Ihrem Kontoauszug erfahren Sie, dass Sie offensichtlich Hauptsponsor für das Sommerfest des Polizeisportvereins sind.
- Sie bekommen Weihnachtspostkarten von der Firma DigiTask.
- In der Verkehrskontrolle gratuliert man Ihnen zur Quantität und Qualität Ihrer Pornosammlung.
- Sie bekommen eine E-Mail mit dem Betreff “auf der Kommode im Flur!!!” wenn Sie Ihre Brille suchen.
- Sie nutzen ein Betriebssystem von Microsoft, halten nichts von Virenscannern und Ihr Passwort lautet überall schon seit Jahren “passwort”, weil man sich das so leicht merken kann.
- Sie haben nichts zu verbergen.
Der Papst im Bundestag
Yoda, Darth Vader, der Imperator, Mann im Kleid, komische Mütze, komische Schuhe, komisches Auto … flach, flacher, Papstwitze. Die Journalisten, Kabarettisten und Cartoonisten sind dieser Tage wirklich nicht zu beneiden. Deshalb nehmen wir einen Teil dieser Bürde auf unsere Schultern und hauen den abgedroschensten Kalauer raus, der sich zwischen der gemeinnützigen Computerwerkstatt Brunsbüttel und der Stichwortsuche auf ebay finden lässt: Der Papst im Bundestag.
Haha, Hahaha. Papst, kennste? Kennste? Papst! … Ja, wir schämen uns, aber irgend jemand musste den bringen – und besser wir als ihr, oder?
Echt aus … der Region!
Da schaut man mal elf Jahre nicht aus dem Fenster und dann das: Schwupps, weg isser, der Italien-Laden. Hat einfach dicht gemacht. Praktisch von heute auf morgen. Und es kommt sogar noch schlimmer. Wie ich aus halbwegs verlässlichen Quellen inzwischen erfahren musste, hat der Australien-Laden wohl im gleichen Jahr seine Pforten geschlossen, in dem auch der letzte Yahoo-Nutzer auf der Datenautobahn überfahren wurde. Tja.
Ich muss gestehen, dass ich mir eine gewisse Mitschuld gebe. Und das zu Recht, war doch mein Bedarf an teurem Schinken und bröckeligem Hartkäse nie sehr hoch. Auch das Didgeridoo hat es bis heute nicht geschafft, als Instrument in mein Hausmusikensemble aufgenommen zu werden. So, und jetzt hab’ ich den Salat – sogar im wahrsten Sinne des Wortes, denn an der Scheibe des ehemaligen italienischen Feinkostkramers wird nun für “Das Beste aus der Region” geworben. Die Lebensart der Mittelmeeranrainer wurde hier plump durch Grünkohl und Runkelrüben ersetzt, die fragilen Bistrotischchen von grobschlächtigen Hofladenmöbeln verdrängt. Und nebenan? Dort werden nun Erzeugnisse aus Talg und Lauge feilgeboten, schmierige Kernseifen, die ihre zweifelhafte Herkunft heute hinter Modenamen zu verstecken suchen.
Was für ein Tor war ich, den feinen Spezereien aus den fernen Paradiesen so wenig Beachtung geschenkt zu haben. Statt internationalem Flair pfeift nun ein harscher Befehlston durch die Gassen: “Auf heimischer Scholle sollst Du mit bloßen Händen nach Erdäpfeln scharren! Danach Hände waschen, ab ins Bett!”
Schlagartig wird mir auch klar, warum unsere Bundeskanzlerin “Multikulti” für gescheitert hält, wenn sich jetzt sogar schon die Italiener weigern, unsere Innenstädte mit rot-weißen Tischdecken und korbumflochtenen, bauchigen Rotweinflaschen zu schmücken. Wo soll das bloß hinführen, wenn der Trend dahin geht, dass es bald nur noch Produkte aus Fröschen zu kaufen gibt? Ein eintönig-autarkes Angebot aus Sauerkraut, Schrott, Zeitgeist, Weltschmerz und Blitzkrieg?
Dass es so weit nicht kommen darf, wird selbst der nudelverachtendste Leser leicht einsehen. Also, liebe Kakaoschlürfer und Zuckerrohrschmatzer, lasst Euch Eure Kolonialwaren und Südfrüchte nicht nehmen!
geläutert und einsichtig: Die Lokalredaktion (also ich)



